Hallo, viele Grüße aus Sambia!

Die Zeit hier vergeht momentan wie im Flug, gerade war es noch Mitte Februar und jetzt ist es schon fast April, nicht zu fassen, wie schnell die Zeit vergehen kann.

Wie immer habe ich mal wieder viel zu erzählen.

Die Arbeit:

vlcsnap-2018-03-31-18h46m41s742Ich gebe weiterhin Computerunterricht und die Kinder sind (zumindest meistens) mit sehr viel Motivation und Freude bei der Sache, wenn wir Praxisunterricht machen. Der Theorieunterricht scheint ihnen immer noch nicht ganz so viel Spaß zu machen, aber das Leben besteht eben nicht nur aus Spaß, da müssen sie durch, denn auch die Theorieinhalte (z.B. was ist Informations- und Kommunikationstechnologie oder den Unterschied zwischen Hardware und Software) sind Teil des Lehrplans.  Gerade die theoretischen Inhalte sind nicht immer leicht zu vermitteln und ich muss sie zum Teil oft wiederholen, bis alle diese verstanden haben. Aber die Kinder sind eifrig bei der Sache, damit wir bald wieder mit den Praxisinhalten weitermachen können.

IMG-20180316-WA0002Eine große Herausforderung für mich waren die “WEEK 10 ASSESSMENTS”, Tests am Ende von Woche 10, die in allen Fächern geschrieben wurden. Für mich war es insofern eine Premiere, als das ich zum ersten Mal einen bewerteten Test mit den Kindern schreiben sollte. Ich dachte während meiner Schulzeit immer, dass Tests zu schreiben schwer sei. Ich persönlich habe jetzt aber festgestellt, dass das Konzipieren eines Tests meiner Meinung nach viel schwerer ist. Der Test soll ja eine Herausforderung, aber auch nicht zu schwer sein. Also verbrachte ich einen Nachmittag im Office und versuchte einen Test zusammenzustellen. Dankenswerterweise hat mir auch diesmal Teacher Kaswaya geholfen und meine Tests korrekturgelesen. Also hatte ich schließlich meine fertigen Tests und schrieb diese mit den Kindern, wobei  ich manchen Kindern aufgrund deren Behinderung beim Schreiben half.  Das Bewerten hat dann glücklicherweise nicht lange gedauert, da ich viele Fragen zum Ankreuzen gestellt habe oder nur kurze Antworten gegeben werden mussten. Ich bin sehr stolz auf die Kinder, kein Kind hat weniger als 50% der Punkte erreicht. Nach Ostern werde ich auch einen kleinen Praxistest mit den Kindern durchführen, um zu sehen, welche Themen sie schon verinnerlicht haben und welche ich nocheinmal wiederholen muss. Insofern war der Test auch eine sehr gute Rückmeldung füer mich, da ich sehen konnte, welche Themen schon „sitzen“ (Informations- und Kommunikationstechnologie, Teile des Computers, Regeln füer den Umgang mit Computern) und welche Themen ich nochmal wiederholen muss (Hardware und Software, Input und Output).

Nachmittags singe ich immer noch manchmal mit den Kindern, spiele aber auch Fussball (oder versuche es zumindest J), unterhalte mich und male viel mit den Kindern. Die Kinder sind immer sehr begeistert,wenn ich ihnen Papier mitbringe, auf dem sie malen können, das ist dann etwas ganz besonderes für sie. Auch habe ich mit ihnen Frösche gefaltet, die hüpfen wenn man hinten draufdrückt und natürlich auch den Klassiker „Himmel und Hoelle” Dabei habe ich festgestellt, dass es sehr schwer ist Kinder fürs Falten zu begeistern wenn ich sage:,, Komm ich zeige euch wie man dieses oder jenes faltet.” Es ist viel einfacher, wenn ich waährend sie malen, anfange etwas zu falten, dann wollen sie es auch ausprobieren.

Außerdem achte ich darauf, dass die Kinder, wenn sie fernsehen dürfen, nur Kanäle anschauen, die auch für alle Kinder geeignet sind und sie sich nicht z.B. Horrorfilme ansehen.

In letzter Zeit habe ich auch viel im Büro mitgeholfen. Ich habe Akten sortiert, Briefe, Tabellen etc. abgetippt und auch dabei geholfen Tests abzutippen.  Auch habe ich viel kopiert, z.B. Tests. Des Weiteren habe ich dabei geholfen die Record Books (eine Art Zeugnisheft) für die angrenzende Pre-School anzufertigen. Dabei mussten Teacher Kaswaya und ich zuerst einmal ausprobieren, wie wir das Papier einlegen müssen damit es beidseitig in die richtigen Richtungen bedruckt wird. Nach wenigen Fehlversuchen hatten wir es dann glücklicherweise raus und das Kopieren konnte losgehen. Ein Problem dass hier aber öfter beim Kopieren auftritt, wegen dem ich auch beim Kopieren helfen sollte, ist, dass der Kopierer wunderbar kopiert, solange man nicht mehr als drei Kopien auf einmal machen möchte. Das fuehrt dann nämlich zu Papierstau. Also muss man immer den Befehl: ,,Bitte 3 x kopieren” geben und dann anschließend erneut immer so weiter machen. Da über 100 Record Books angefertigt werden mussten, bestehend aus 2 beidseitig bedruckten Blättern, hat das einige Zeit in Anspruch genommen und so war es auch mal an mir, neben dem Kopierer zu sitzen und immer 3 Kopien auf einmal anzufertigen. Nur musste ich oft auch eine Pause einlegen, da wenn man zu oft hintereinander immer 3 Kopien anfertigt dies auch zu vielen Papierstaus führt. Dann hilft es aber fuer gewöhnlich dem Drucker eine kurze Pause zu geben und anschließend weiterzumachen.

Das Zwischenseminar:

Ende Februar ging es für mich wieder nach Lusaka, wo Daniel Engelmann von Worldwide Volunteers mit uns das Zwischenseminar abhielt. Es waren sehr schöne Tage, die wir zum Austausch und zur Reflexion nutzten und auch viel über die Kultur sprachen (was gefällt uns, was nicht, was vermissen wir an unserer Kultur, was nicht?…). Auch ein Thema waren unsere Pläne für die Zeit nach unserem Freiwilligendienst. Nun ja, was soll ich sagen, wir sind alle ziemlich planlos. An einem Tag machten wir auch einen Ausflug zum Tiffanys Canyon, 15 Minuten außerhalb von Lusaka, wo man schwimmen gehen kann. Dort gab es einen sehr schönen Strand und einen “Wasserspielplatz” mitverschiedene Elemente zum Draufklettern im Wasser. Ich habe es leider nur auf das Trampolin geschafft, auf dass ich vom Steg aus springen konnte, aber beim großen Eisberg habe ich es an Versuchen nicht mangeln lassen und auch meine Mitfreiwilligen haben ihr Bestes gegeben um mir zu helfen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür. Viel zu schnell ging ein wunderschönes Zwischenseminar zu Ende und der Schock, dass tatsächlich schon mehr als die Hälfte unserer Zeit hier um ist, saß erstmal ziemlich tief.

Womens and Youth day:

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Womens Day auch in der Kirche (Aufname von Father Peter Lungu

Am 8.03. war Womensday in Sambia. Der Weltfrauentag ist ein öffentlicher Feiertag in Sambia und Frauen müssen nicht zur Arbeit gehen. Stattdessen sind viele Frauen durch die Stadt marschiert, organisiert in Verbänden oder nach Arbeitgebern, sie haben für mehr Frauenrechte demonstriert. Der Marsch führte auf ein Fußballfeld, wo eine Feier mit vielen Reden, Preisverleihungen und kleineren Auftritten stattfand.

 

Am darauffolgenden Montag war Youth day, auch ein öffentlicher Feiertag in Sambia. Hier gilt man übrigens bis 35 als Jugendlicher. Auch am Youth day gab es eine Demo durch die Stadt, an der wir mit den Kindern auch teilgenommen haben, aber wir fuhren mit unserem Bus hinterher, da es gerade für die Kinder in den Rollstühlen schwer ist mit der Demo Schritt zu halten. Anschließend gab es eine Feier bei der Mall, wo wieder verschiedene Jugendgruppen auftraten und sogar Akrobaten, auch unsere Kinder haben einen Tanz vorgeführt.

Ring the Bell:

Am 21.03 war Ring the Bell in Solwezi. Dieser Tag wurde von „Holland” organisiert, eine Organisation hier in Solwezi, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Teilgenommen haben das Cheshire Homes Solwezi und andere Schulen in Solwezi für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen (z.B. St. Mary Schule für Blinde, Taube und Gehörlose). Wer hätte das gedacht, es gab einen Marsch durch Solwezi, mit dem wir für die Möglichkeit des Schulbesuches für alle Kinder demonstriert haben, Glocken schüttelten und Pfeifen bliesen und die Kinder vom Cheshire trommelten dazu. Diesmal sind wir nicht mit dem Bus gefahren, da das Tempo langsamer war und die kleineren Kinder auf einem Pickup mitfahren konnten und wir den Kindern in Rollstühlen helfen konnten. Anschließend gab es wieder eine Feier, wo die verschiedenen Schulen auftraten und  Reden gehalten wurden. Es gab auch etwas zu Essen und jede Schule präsentierte ihre Arbeit.

Bei diesen Gelegenheiten konnte ich leider kaum Fotos schießen, da ich viel zu beschäftigt war.

Theaterprojekt:

IMG-20180331-WA0005Vom 23.-25.3 war in Solwezi „NASAAZ”. Dies ist ein Wettkampf zwischenden  Schulen, der zuerst auf Stadtebene, dann auf Distriktebene…. geführt wird. Die Disziplnen sind Drama, Gedicht und Tanz und Gesang. Der  Wettkampf im März war auf Stadtebene. Am ersten Tag fand ein gemeinsamer Marsch durch Solwezi statt, während dem die verschiedenen Gruppen getanzt haben. Da die Strecke aber sehr weit war, wurde viel mit dem Auto oder einer Art sehr großer Pickup mit offener Ladefläche gefahren. Dann wurde sich einfach auf die Ladefläche gestellt und dort getanzt (ich hatte befürchtet früher oder später fällt jemand runter, aber das ist nicht passiert, auf diese Weise auf einem Pickup mitzufahren ist hier normal. Das Cheshire Homes hat einen Bus mit dem wir gefahren sind, also keine Gefahr des Runterfallens, aber auch kein Tanzen, dachte ich. Doch der Verantwortliche für den Marsch hat mir angeboten, vorne auf einem Pickup mitzufahren oder vorne mitzulaufen. Da ich keine gute Tänzerin bin, bin ich gelaufen. Nach einem Teil der Strecke sind alle in oder auf die Fahrzeuge gestiegen um den Rest zu fahren, so stieg ich auch wieder in unseren Bus, der als letzter fuhr und auch IMG-20180331-WA0006der Hauptverantwortliche fuhr bei uns mit. Am zweiten Tag begann dann auch der Wettkampf und die Kinder vom Cheshire traten mit Tanz und Gesang auf, leider konnten nicht alle Kinder am Auftritt teilnehmen, da der Wettkampf im Solwezi College of Education auf einer Bühne stattfand, die sehr hoch und nur über Treppen erreichbar ist, sodass man mit einem Rollstuhl die Bühne nicht betreten kann. Aber alle Kinder konnten zuschauen. Allerdings treten wir vorerst außer Konkurrenz auf, da (soweit ich es verstanden habe) keine andere Primary School im Distrikt teilnimmt, sondern nur ältere Klassen. Was hat das ganze jetzt mit Theaterprojekt zu tun, könnte man fragen, da dies ja die Überschrift war. Nun ja eine Kategorie ist Drama, also schrieb ich mit Teacher Alitili ein Theaterstück, dass wir dann mit den Kindern eifrig probten, auch wenn dem Auswendiglernen des Textes in manchen Fällen nicht ganz so eifrig nachgegangen wurde. Leider bekam 2 Tage vor der Premiere ein Kind, dass eine Hauptrolle hatte, extreme starkes Lampenfieber,  welches sich nicht nehmen ließ, daher kam es leider noch nicht zu einer Aufführung, was aber, soweit ich es verstanden habe, nicht so schlimm war, da wir die einzigen seien, die auf dieser Ebene in dieser Kategorie teilnehmen wollten.

 

 

Neue Frisur:

IMG-20180328-WA0001Ich habe es nochmal gewagt und mir, da Ostern vor der Tür steht, noch einmal die Haare flechten lassen, diesmal habe ich mir sogar Kunsthaar einflechten lassen. Auch wenn mir das Resultat gut gefällt ist mir ziemlich schnell wieder eingefallen, warum ich das Haare flechten hier eigentlich nicht mag, es tut weh, nicht nur während dem Flechten, sondern auch danach und das Kunsthaar ist schwer und zieht an den Haaren. Ich bekomme immer wieder gesagt, man gewöhne sich mit der Zeit daran und dann tut das Flechten nicht mehr weh. Außerdem bekam ich den Tipp, Vaseline auf meine Kopfhaut aufzutragen, was wirklich Wunder gewirkt hat und nahezu sofort das Ziehen verringert hat. Inzwischen hat es auch fast aufgehört wehzutun, auch wenn das Gewicht des Kunsthaares nicht ohne ist.

 

Freizeit:

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Chitenge – wird als Rock um die Füfte gewickelt

In meiner Freizeit bin ich weiterhin sehr gerne auf den Markt gegangen, da ich diesen sehr schön finde und habe mir noch mehr Chitenges gekauft. Allerdings bin ich in letzter Zeit häufiger zum Town Market als zum Chawama Market gefahren, da dieser näher ist und es immer, wenn ich nach Chawama fahre, anfängt zu regnen. Nun ja, glücklicherweise ist die Regenzeit bald vorbei (die Sambier sind übrigens total fasziniert davon, dass es in Deutschland keine Regenzeit  und Trockenzeit gibt).

 

Außerdem habe ich mich viel mit Freunden getroffen.

IMG-20180304-WA0003Des Weiteren hat Father Peter Lungu mir das Monument in Solwezi gezeigt, wo es Steinzeitmalereien gibt. An dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön für diesen schönen Ausflug.

Kulinarisches:

Auch im kulinarischen Bereich habe ich Neues zu berichten.

Ich habe grüne Orangen gegessen, ja ihr habt richtig gelesen, grüne Orangen. Ich habe zuerst gedacht, dass es keine Orange sein könne, da diese mir nur in orange bekannt sind, oder, dass sie vielleicht nicht ganz reif sei, aber sie hat geschmeckt wie eine normale Orange nur besser.

IMG-20180310-WA0004Auch habe ich hier im Cheshire Homes eine Frucht namens Intungulu probiert, die mir sehr gut geschmeckt hat, ihr Geschmack lässt sich aber nicht gut beschreibent. Auch half ich den kleineren Kindern beim Schälen ihrer Intungulus. Da mir diese Frucht so gut geschmeckt hat, wollte ich mir auf dem Markt noch welche kaufen. Also bin ich zum Markt gefahren, wo mir aber mitgeteilt wurde, dass Intungulus nur im Oktober wachsen. Das fand ich sehr schade und ich wundere mich bis heute, woher dann die Intungulus kamen, die wir gegessen haben.

Aber das Obst und Gemüse hier in Solwezi ist generell sehr lecker. Besonders gut schmecken mir die Ananas, die im Nachbardistrikt angebaut werden. Aber auch die Avocados sind nicht schlecht und vor allem sind sie sehr groß.

Beim Zwischenseminar hingegen hatte ich eine wunderbare kulinarische Erfahrung der anderen Art. Daniel Engelmann hat uns nämlich dankenswerterweise Brot und Süßigkeiten aus Deutschland mitgebracht. Die Freude darüber war bei uns allen sehr groß. Auch dafür ein herzliches Dankeschön.

 

Über die Kar- und Ostertage werde ich nach Ostern genauer berichten.

Bis dahin viele Grüße aus Sambia und ich wünsche allen ein frohes Osterfest.

Eure Miriam

P.S. Ein kurzes Video über meine Zeit hier findet Ihr in Youtube:

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Im neuen Jahr

 

Hallo, nachdem ich meinen Urlaub beendet habe und der Alltag mich wieder eingeholt hat, möchte ich meinen Blog auf den neuesten Stand bringen. Dies ist insofern etwas schwieriger, da mein Handy kaputt ist und ich es in Solwezi nicht repariert bekomme. Die hiesigen Handygeschäfte bieten lediglich an,  das Handy zu einer Filiale zu schicken, dabei müsste ich mit einer Bearbeitungszeit von 1-3 Monaten rechnen. Zum Glück fahre ich aber in etwa zwei Wochen zu meinem Zwischenseminar in Lusaka. Ich hoffe, dass ich dort mein Handy repariert bekomme.  Jedenfalls kann ich deshalb keine aktuellen Bilder in den Blog einbinden.

Urlaub:

Mitte Dezember war es endlich so weit, endlich Schulferien, endlich Urlaub. Die Arbeit macht mir zwar immer noch viel Freude, dennoch war es sehr schön Urlaub zu haben.

Ich nutzte meinen Urlaub um nach Lusaka, Livingstone und Kitwe zu fahren.

Während meiner Besuche in Lusaka schlief ich wieder im Cheshire Home Chawama, wo meine Mitfreiwilligen Marvin und Mattis arbeiten. Ich habe dort die Gelegenheit genutzt, zusammen mit den Beiden das Nationalmuseum zu besuchen. Dort lernte ich sehr viel über die Geschichte Sambias und das Leben in den Villages. Außerdem lernte ich wie man Nsolo spielt, ein klassisches sambisches Spiel.IMG-20171226-WA0003

Darüber hinaus konnte ich Marvin und Mattis etwas bei ihrer Arbeit helfen und habe viel gelesen und geschlafen. Außerdem besuchte ich verschiedene Märkte.

Schließlich ging es für mich weiter nach Livingstone im Süden Sambias, nahe Botswana . In Livingstone sah ich die Victoriafalls und war sehr beeindruckt von den Wassermassen. Viele Sambier bevorzugen es aber, wenn man die Falls bei ihren ursprünglichen Namen (Mosi-oa-tunya) nennt. Das bedeutet übersetzt „Der Rauch der donnert“, und das tut er auch tatsächlich. Aufgrund der Wassermassen bildet sich eine Art Sprühnebel aus Wasser, der aussieht wie Rauch und die Fälle sind aus der Nähe sehr laut.

IMG-20171225-WA0007Außerdem schätzen die Einheimischen es nicht, dass David Livingstone als „Entdecker der Victoriafalls“ angesehen wird, schließlich gibt es die Falls ja schon sehr lange und die in der Nähe lebenden Menschen haben Sie natürlich schon lange gekannt.

Doch nicht nur die Wasserfälle dort sind sehenswert. Aufgrund des vielen Wassers gibt es dort auch eine beeindruckende Vegetation, die mich ein bisschen an den Regenwald erinnert hat. Man muss nur aufpassen, dass die Affen dort einem nicht die Taschen stehlen. Man sollte kein Essen offen tragen und auch keine Plastiktüte vom Shoprite (Supermarkt), da die Affen gelernt haben, dass in diesen Tüten meist Essen ist.

Besonders schön waren eine Kanusafari  und eine Sunset Cruise (Schifffahrt auf dem Sambesi in den Sonnenuntergang hinein) während meines Aufenthalts in Livingstone.

Auf der Kanusafari sah ich sehr viele Nilpferde und Vögel, die größeren Landtiere wie Elefanten und Giraffen sind um diese Jahreszeit aber leider eher im Inland zu finden.

Dafür hat das Kanufahren aber richtig Spaß gemacht und auf der Sunset Cruise sah ich nochmal ganz viele Nilpferde und sogar ein Krokodil und nicht zu vergessen einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Ansonsten habe ich auch die Zeit in Livingstone viel zur Entspannung genutzt und mich mit meiner Mitfreiwilligen Helene, die in Livingstone arbeitet, ausgetauscht.

Weihnachten und Silvester lagen in meiner Zeit in Livingstone. An Weihnachten wurde ich von den Schwestern, die das Cheshire Home in Livingstone leiten, in welchem Helene arbeitet, zum Singen von Weihnachtsliedern und zum Weihnachtsessen eingeladen. Ich bekam sogar ein Chitenge (Wickelrock) geschenkt. Anschließend fuhren wir alle gemeinsam zur Christmette. Diese war vom Ablauf ähnlich wie bei uns in Deutschland, nur dass das Krippenspiel vor der Messe stattfand, ganz andere Lieder gesungen wurden und der Chor viel getanzt hat. Die Kirche war auch schön geschmückt und es gab eine Krippe. Alles in allem war mein erstes Weihnachten an dem ich nicht zu Hause war sehr schön, auch wenn ich doch auch Heimweh hatte.

An Silvester gab es in Livingstone kaum Feuerwerk, Helene und ich haben nur ein einziges Feuerwerk gesehen.  In Sambia gehen an Silvester viele Menschen in die Kirche und beten in der Nacht für ein gutes neues Jahr, ansonsten wird nicht groß gefeiert.

Dann ging es für mich auch schon wieder zurück nach Lusaka. Aber während meines zweiten Aufenthalts dort konnte ich nicht viel unternehmen, da sich der Choleraausbruch  verschlimmert hatte und deshalb alle Märkte von der Regierung geschlossen wurden.

Kurz zum Hintergrund: In Lusaka war schon einige Wochen zuvor die Cholera ausgebrochen und es haben sich zu Beginn des neuen Jahres viele Menschen angesteckt. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, beschloss die Regierung, dass alle Märkte in Lusaka schließen müssten, bis sie gewisse Hygienestandards erfüllten. Auch verschiedene Läden in den Malls (große Shoppingcenter) wurden geschlossen, so auch ein paar Filialen einer Fast-Food-Kette, da bei dieser Choleraerreger gefunden wurden. Auch durften fast alle Kirchen in Lusaka keine Gottesdienste abhalten, Bars durften nur zu bestimmten Zeiten öffnen und die Schulferien wurden verlängert. Das hatte auch den Grund, dass in Sambia sehr viele Schüler in anderen Landesteilen in Internate gehen und die Gefahr bestand, dass sich so die Cholera über die Schüler hätte ausbreiten können. Außerdem wurden in den Zentren der Epidemie Massenimpfungen durchgeführt.

Eigentlich wollte ich am 9. Januar aus Lusaka wieder abreisen. Das Busticket sollte man möglichst immer mindestens einen Tag vorher kaufen. Am 7.1. gab es jedoch sehr viele Gerüchte, dass am nächsten Tag die Innenstadt gesperrt werden würde, um Chemikalien zur Cholerabekämpfung zu sprühen. Da das Gerücht sehr weit verbreitet und die Nachrichtenlage schlecht war, beschloss ich mein Ticket 2 Tage vor meiner Abreise zu kaufen, um auf Nummer sicher zu gehen. An der Intercity Bus Station wurden aber keine Bustickets für den übernächsten Tag verkauft, da sie nicht wussten, ob die Busse wegen der Cholera dann überhaupt noch fahren dürften. Also beschloss ich kurzfristig einen Tag früher abzureisen und konnte dann kurzfristig einen Tag in Kitwe bei dem Freundesfreund einer Freundin von Helene verbringen.

Letztlich wurden weder Chemikalien gesprüht, noch die Intercity Bus Station geschlossen, aber ich war trotzdem froh, dass ich auf Nummer sicher gegangen war. Von Lusaka aus fuhr ich dann nach Kitwe, wo ich einen Tag mit meinem Gastgeber verbrachte, was sehr witzig war. Danach besuchte ich Father Kolala, der mich ursprünglich eingeladen hatte, um mir Kitwe zu zeigen.

IMG-20180110-WA0000Besonders gut in Kitwe hat mir der „Stone-throwing-man“ gefallen, eine Statue zum Gedenken an die Unabhängigkeitsbewegung.

Dann ging es für mich nach einem sehr schönen und interessanten Urlaub zurück nach Solwezi, wo sich die Schwestern und meine Freunde sehr freuten mich wiederzusehen. Die restlichen Schulferien nutzte ich um Freunde zu besuchen, meinen Unterricht vorzubereiten und im Cheshire Homes bei den Vorbereitungen für das neue Schuljahr mitzuhelfen.

Die Arbeit:

Seit die Ferien um sind, bin ich wieder voll am Arbeiten. In den ersten Schultagen war ich dafür verantwortlich die Kinder in Empfang zu nehmen, die Schulgebühren einzusammeln und Quittungen für diese auszustellen und zu kontrollieren, dass die Kinder alles haben, was sie brauchen.

Englisch ist zwar die einzige Amtssprache in Sambia, aber dennoch sprechen, gerade auf dem Land, viele Leute kein Englisch. Daher kam es manchmal vor, dass die Eltern der Kinder kein Englisch konnten und mein Bemba ist immer noch sehr schlecht.  In solchen Fällen rief ich die IMG-20180201-WA0001Schwestern, die mir dann halfen.

Außerdem verbrachte ich sehr viel Zeit mit den Kindern, die sich erst einmal daran gewöhnen mussten wieder im Cheshire Homes zu sein, oder das erste Mal überhaupt zum Cheshire Homes kamen, da sie eingeschult wurden. In Sambia beginnt das neue Schuljahr nämlich im Januar. Gerade für die kleinen Kinder ist es am Anfang manchmal schwer sich einzugewöhnen, da hilft oft viel Beschäftigung und Ablenkung.

Auch habe ich wieder angefangen zu unterrichten. Ich gebe weiterhin Computerunterricht, aber ich unterrichte die Klassen 5-7 jetzt mit der Hilfe von Teacher Kaswaya, da Computerkenntnisse ab diesem Jahr relevant sind für die Prüfungen in der 7. Klasse.

Des Weiteren half ich gerade in der ersten beiden Wochen nach Schulbeginn sehr viel im Büro mit, da viele Briefe etc. abgetippt oder kopiert werden mussten.

Zurzeit singe ich viel mit den Kindern, z.B. brachte ich ihnen das Lied „Old McDonalds had a farm“ bei. Außerdem male ich sehr viel mit ihnen und spiele Fußball. Auch Seilspringen habe ich schon mit ihnen geübt und dann sollte ich auch hüpfen, ich habe es versucht, aber gut war ich nicht.

Manche der Kinder haben nach den Ferien versucht ihre Grenzen neu auszuloten oder vergessen, wie genau die Regeln sind. Eine Erinnerung an diese Regeln und beim weiteren Missachten der Regeln eine Konsequenz (kein Fernsehen am Abend), haben aber dazu geführt, dass die Kinder sich schnell wieder an die Regeln erinnert haben.

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Die Schüleru nd Schülerinnen im Cheshire Home Solwezi

Eine besondere Herausforderung für mich ist, dass viele der neuen Kinder, die jetzt in die erste Klasse gehen noch kein Englisch können, ein Kind spricht nur Kaonde, eines nur Lunda, eines nur Lamba und 2 nur Bemba, glücklicherweise kann ich aber in der Regel auf die älteren Kinder zum Dolmetschen zurückgreifen.

Lieben Gruß

Miriam

 

 

 

Neuigkeiten aus Sambia

IMG-20171219-WA0002In Afrika ist es immer viel zu heiß, oder?
Hallo ins kalte Deutschland aus dem zumindest etwas wärmeren Sambia. Bevor ich mich genauer auf meinen Aufenthalt in Solwezi vorbereitet habe, dachte ich ,,Juhu ein Jahr lang Sommer“. Nun da ich schon etwas länger hier bin, sind mir 2 Dinge bewusst geworden.
1. Ich vermisse tatsächlich die Jahreszeiten, wenn sich die Blätter rot färben, es kälter wird, der erste Schnee fällt…
2. Ich kann nur über Solwezi schreiben, aber so warm ist es zumindest hier momentan auch nicht, insbesondere, nachdem es geregnet hat. Da wir momentan Regenzeit haben, regnet es sehr viel und sehr oft und sehr lange und daher bleiben die Temperaturen meist im meiner Meinung nach kälteren Bereich, so dass ich eine Jacke über mein T-Shirt anziehen muss. Also immer noch deutlich wärmer als in Deutschland, aber nicht so, dass ich vor Hitze zerfließe.

Die Arbeit:
IMG-20171219-WA0004Ich gebe weiterhin Computerunterricht. Inzwischen habe ich sogar einen Lehrplan erhalten, sodass ich eine zusätzliche Orientierungshilfe zu den Schulbüchern habe. Ich freue mich sehr darüber, dass die Kinder große Fortschritte gemacht haben, z.B. haben die Kinder aus Klasse 1 inzwischen gelernt ohne direkte Hilfe den Computer hochzufahren, Microsoft Office Word zu starten und ihren Namen zu tippen.
Klasse 2 und 3 können mittlerweile immer besser Sätze von der Tafel abtippen und teilweise geübte leichte Sätze selbstständig tippen. Ich merke, dass das Unterrichten selber viel Arbeit ist, aber auch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts ist nicht zu unterschätzen.
Auch nicht leichter ist es, wenn plötzlich der Strom ausfällt und ich mich auf eine Stunde vorbereitet habe, in der am Computer gearbeitet wird. Aber inzwischen habe ich gelernt, und immer eine Stunde geplant, für die die Computer nicht benötigt werden.

Nachmittags haben  viele der Mädchen immer noch sehr viel Spaß dabei, meine Haare zu flechten und die Jungen drehen gerne Filme und alle Kinder posen sehr gerne vor der Kamera.
Die Idee, ein neues Lied mit mir zu lernen, stieß hingegen auf wenig Begeisterung, aber das Leben besteht nicht nur aus Spaß, da müssen sie durch.

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen:

IMG-20171219-WA0006Am 3.12. war Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen, dieser wurde in Solwezi gefeiert und natürlich nahm das Cheshire Home Solwezi auch daran teil. Wir fuhren mit dem Schulbus zum Ausgangspunkt einer Parade, wo auch eine Marschkapelle, gehörlose Schüler, andere Menschen mit Behinderungen… warteten. Von dort aus zogen wir mit dem Bürgermeister zur Shopping Mall. Meine Aufgabe dabei war, zu helfen die Kinder im Rollstuhl zu schieben. Auf dem Parkplatz waren unter Pavillons Stühle aufgebaut und viele der Gruppen, die an der Parade teilnahmen, hatten Auftritte. Die Kinder, mit denen ich arbeite, haben gesungen (das Cheshire Home Solwezi hat einen tollen Chor) und sind als Cultural Group aufgetreten.

Weihnachtsfeier der Pre-School:
IMG-20171219-WA0001Neben dem Cheshire Home liegt eine Pre-School, die von den Schwestern geleitet wird. Die Einnahmen aus dieser Schule werden zur Finanzierung des Cheshire Home genutzt. Am 6.12. war die Weihnachtsfeier der Pre-School. Diese wurde im Pastoral Centre, dass in unserer direkten Nachbarschaft liegt, gefeiert. Ich half beim Auf- und Abbau und machte Fotos vom Auftritt der Kinder des Cheshire Home, die gebeten worden waren, auf der Weihnachtsfeier aufzutreten. Generell war der Ablauf so, dass kurze Willkommensreden gehalten wurden, jede Klasse auftrat (singen, tanzen, buchstabieren, Theater spielen und modelln), die besten Schüler ausgezeichnet wurden und ,,Father Christmas“ kam. Vor Beginn der Feier haben die Angehörigen der Kinder Geschenke abgegeben, die mit deren Namen versehen waren. Diese hat ,,Father Christmas“ dann an die Kinder verteilt.
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Ansonsten werde ich von den Lehrern und den Schwestern oft um Hilfe beim Abtippen irgendwelcher Texte gebeten oder um das Lösen von Computerproblemen. Das Abtippen ist zwar manchmal etwas monoton, aber meist schnell erledigt. Nur denken die Lehrer und manche Schwestern, ich sei ein richtiger Computerexperte und kommen mit sehr vielen Problemen zu mir. Manche davon kann ich selber lösen (z.B. ein Update machen), andere Probleme kann ich mit der Hilfe von Freunden oder Google lösen (z.B. ,,An meinem Laptop funktioniert die Taste „m“ nicht mehr, was kann ich machen?“), andere Probleme kann ich auch nicht lösen, da ich z.B. das Programm Excel kaum kenne.
Eine weitere große Herausforderung für mich war, als mir gesagt wurde, dass die Kinder in 10 Minuten Sportunterricht haben und ich diesen diese Woche halten solle. Das war eine echte Herausforderung, da viele der Kinder keine Lust hatten, ich keine Zeit hatte mich vorzubereiten, und die Kinder sehr unterschiedliche Behinderung haben und deshalb alle verschiedene Übungen nicht mitmachen können, wo ich mir dann Alternativen überlegen musste.

Kulinarisches:
Ich habeIMG-20171219-WA0005 für die Schwestern Brot gebacken. Dafür habe ich im Supermarkt ,,braunes Mehl“ gekauft. Ich glaube, es war Weizenvollkornmehl. Nachdem ich mit Backen fertig war, haben sich die Schwestern sehr über ein ,,braunes Brot“ gefreut, da sie so selten ,,dunkles Brot“ essen können. Für mich war es immer noch ein Weißbrot, da sieht man den Unterschied in der Brotkultur.IMG-20171210-WA0001
Ich freue mich darauf, heute nach Lusaka, der Hauptstadt, zu fahren, wo ich andere Freiwillige und meinen Mentor treffen werde.
Anschließend werde ich nach Livingstone zu den Viktoriafällen und nach Kitwe fahren, um dann gut erholt ins neue Schuljahr starten zu können, das im Januar beginnt.

 

Liebe Grüße aus Sambia

Eure Miriam

Viele Erlebnisse…

IMG-20171116-WA0000Es tut mir leid, dass ich mich schon wieder so lange nicht gemeldet habe, aber aufgrund vieler Stromausfälle fällt das Wlan oft aus und ich habe auch viel gearbeitet.

Dafür gibt es jetzt mehrere Einträge auf einmal.

Lusaka (Hauptstadt von Sambia):

Anfang Oktober bin ich für 6 Tage nach Lusaka gefahren. Dort habe ich andere Freiwillige von Worldwide Volunteers getroffen und mein Permit (Aufenthaltserlaubnis)  abgeholt. Darüber hinaus habe ich am Empfang der deutschen Botschaft anlässlich des Tages der deutschen Einheit teilgenommen und  im Cheshire Home Chawama beim internationalen Tag der älteren Menschen geholfen.

Permit:

Jetzt konnte ich auch endlich meine endgültige Aufenthaltserlaubnis (Permit) für mein Jahr in Sambnia abholen.

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Tanz auf dem Botschaftsempfang

Botschaftsempfang:

Anlässlich des Tages der deutschen Einheit hatte die deutsche Botschaft unter anderem deutsche Staatsbürger zu einem Empfang eingeladen. Es wurden ein paar kurze Reden gehalten und ansonsten viel getanzt, gelacht und geredet. Es gab sogar deutsches Essen und Getränke. Außerdem waren sehr viele deutsche Freiwillige aus ganz Sambia angereist und so bestand eine sehr gute Möglichkeit sich auszutauschen.

Internationaler Tag der älteren Menschen:

Meine Mitfreiwilligen Marvin und Mattis arbeiten im Cheshire Home Chawama, wo sich auch um ältere Menschen gekümmert wird. Meine Mitfreiwillige Helene (arbeitet  in Livingstone) und ich konnten während unseres Aufenthalts in Lusaka im Cheshire Home Chawama übernachten. Während unserer Zeit in Lusaka fand auch der internationale Tag der älteren Menschen statt. Dieser wurde im Cheshire Home mit den älteren Menschen besonders  gefeiert. Wir halfen bei den Vorbereitungen und haben vor allem  gekocht   und dekoriert  (die Girlande zu entknoten hat lange gedauert). Wir haben bei  der Essensausgabe geholfen und schließlich sauber gemacht. Allerdings bekamen wir auch eine Cultural Group (traditionelle Tanzgruppe) zu sehen. Das war sehr interessant.

Während der restlichen Zeit in Lusaka tauschte ich mich mit meinen Mitfreiwilligen aus, traf meinen Mentor und habe mir die Stadt angesehen.

Hochzeit:

Ich war auf einer sambischen Hochzeitsfeier zu Gast. Meine sambische Freundin Gracha hat mich eingeladen, sie zu begleiten. Zuerst habe ich mir gedacht, was schenkt man wohl in Sambia zur Hochzeit? Aber meine Freundin Gracha hat mir weitergeholfen. Nach ihrer Beratung habe ich mich für ein Set Schüsseln entschieden, ich sollte etwas für die Küche holen. Am Tag der Hochzeit gingen  Gracha und ich nachmittags zur Hochzeitsfeier. Am Eingang wurde unsere Einladung begutachtet und auch unser Geschenk, erst danach durften wir eintreten, Die Hochzeitsfeier begann (eher typisch für Sambia) mit einer Stunde Verspätung. Durch die Feier führte ein Moderator und nach mehreren  professionellen Tanzvorführungen kam auch endlich das Hochzeitspaar. Zum Anschnitt der Hochzeitstorte tanzte ein Mädchen mit einem Messer nach vorne. Neben der Hochzeitstorte  gab es noch zwei kleinere Kuchen. Braut und Bräutigam tanzten gemeinsam  zu ihren Eltern und übergaben diesen die Kuchen und legten sich als Zeichen des Respektes vor ihnen auf den Boden.

Independence day:

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Mittagessen im Garten der Solwezi City Lodge

Am 24.10. war Unabhängigkeitstag in Sambia, der Nationalfeiertag. An diesem Tag zog ich mich in den Farben Sambias (schwarz, grün, orange und rot) an, wie es dort üblich ist, ich war extra auf dem Markt um ein passendes Chitenge (Stofftuch das zum Rock gebunden wird) zu kaufen. Am Tag selber fuhren die Schwestern und ich mit den Kindern zum Stadion von Solwezi, wo eine große Feier stattfand. Es wurden Reden gehalten und verschiedene Gruppen traten auf, auch die Kinder. Das Cheshire Home Solwezi hat nämlich eine eigene Cultural Group, die Kinder tanzen echt toll. Von der Feier aus fuhren wir mit den Kindern zur Solwezi City Lodge, wo wir zum Essen eingeladen waren. Dort trafen wir den Ministerpräsidenten der Northwestern Provinz (in der Solwezi liegt).

Ich treffe den Präsidenten:

IMG-20171103-WA0001Am 3. November haben die Kinder der Pre-School (Vorschule) einen Ausflug gemacht und ich bin mitgefahren um zu helfen. Der Ausflug ging zum Flughafen von Solwezi, wo die Kinder sich Flugzeuge anschauen konnten. Zufällig war  am selben Tag auch der Präsident von Sambia am Flughafen von Solwezi. Es gab ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften, aber die Kinder durften den Präsidenten begrüßen. Zum Mittagessen fuhren wir zu einem großen See, dieser war eine herrliche Kulisse für unser Essen  Die Rückfahrt zum Cheshire war etwas schwieriger und mit großen Umwegen verbunden, weil aufgrund des Aufenthalts des Präsidenten viele Straßen gesperrt waren.

Graduation Ceremony:

Am 10.11. war Abschluss Zeremonie der 7. Klasse, die zuvor ihre Prüfungen geschrieben hatte. Morgens wurde das Cheshire Home geschmückt und ich wurde gebeten Reden abzutippen.IMG_0256

Als dann die Zeremonie begann, wurden viele Reden gehalten, es wurde gebetet und die Tanzgruppe des Cheshire Home und der Chor traten auf. Nach der Zeremonie war dann Zeit Abschied zu nehmen, da Ireen, Innocent, Tonnius und Ethel nun das Cheshire Home verließen. Der Abschied fiel nicht leicht und am Abend waren sehr viele Kinder sehr traurig, dass ihre Freunde nicht mehr da waren.

IMG-20171117-WA0003Interessantes Essen:

Ich habe eine neue Speise ausprobiert „Katapilla“. Diese schmeckt sehr lecker, ein bisschen nussig, ein bisschen nach Bauernhof. Katapilla sind übrigens Schmetterlingsraupen.

 

 

IMG-20171119-WA0018Die Arbeit:

Ich gebe weiterhin unter der Woche Computerunterricht und spiele in der Freizeit mit den Kindern. Auch habe ich angefangen ein Buch mit den Kindern zu lesen, das stößt aber bis jetzt auf wenig Begeisterung. Umso lieber haben es die Kinder, wenn ich mit meiner Kamera komme und wir gemeinsam Fotos machen. Im Computerunterricht habe IMG-20171017-WA0007ich den älteren Kindern unter anderem gezeigt, was man tun kann, wenn der Computer sich aufgehängt hat. Mit Klasse 1 und 2 übe ich momentan den eigenen Namen zu tippen und Programme zu öffnen. Im Großen und Ganzen klappt dies sehr gut, allerdings können nicht alle Kinder Englisch sprechen, was den Unterricht natürlich erschwert. Zur Not müssen die anderen Kinder dann übersetzen.

 Kinderecke:

Anfang Oktober war ich in Lusaka, das ist die Hauptstadt von Sambia. Dort besuchte ich Freunde von mir.

Alle deutschen Freiwilligen werden zum 03.Oktober  (Tag der deutschen Einheit) in die deutsche Botschaft eingeladen. Der deutsche Botschafter hilft Deutschen in Sambia bei Problemen und redet im Auftrag der deutschen Regierung mit Sambia. In der deutschen Botschaft war es sehr schön. Es tat gut, wieder einmal bekannte deutsche Gerichte zu essen und es wurde auch viel getanzt. Spannend war es, andere deutsche Freiwillige, die zurzeit in Sambia arbeiten, kennenzulernen.

Während meines Aufenthaltes in Lusaka half ich beim internationalen Tag der älteren Menschen mit, der wo ich wohnte groß gefeiert wurde, da dort auch viele ältere Menschen wohnen. Ich half beim Dekorieren, Kochen und Saubermachen. Allerdings bekam ich auch eine sambische Tanzgruppe zu sehen.

Am 24.10. ist Unabhängigkeitstag in Sambia. An diesem Tag wurde Sambia unabhängig von Großbritannien. Dieser Tag wird in Sambia sehr groß gefeiert. Wir haben mit den Kindern einen Schulausflug gemacht. Wir fuhren ins Stadion von Solwezi, wo eine große Feier stattfand. Es wurden Reden gehalten und verschiedene Gruppen traten auf, auch die Kinder mit denen ich arbeite, sie tanzten. Nach dem Stadion fuhren wir weiter zu einem Haus namens Solwezi City Lodge, dort waren wir nämlich zum Essen eingeladen. Auch trafen wir hier den Ministerpräsidenten der Provinz in der ich lebe.

Neben dem Cheshire Home ist noch eine Schule, die auch von den Schwestern geleitet wird, die Pre-School. Am 3. November haben die Kinder dort einen Schulausflug zum Flughafen gemacht und ich bin mitgefahren. Am selben Tag war auch der Präsident von Sambia in Solwezi und wir haben ihn am Flughafen getroffen. Anschließend sind wir zu einem Stausee gefahren, wo wir zu Mittag gegessen haben.

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Ich habe eine neue Speise ausprobiert „Katapilla“ (Kann man weiter oben auf dem Bild sehen). Diese schmeckt sehr lecker, ein bisschen nussig, ein bisschen nach Bauernhof. Katapilla sind übrigens Schmetterlingsraupen.

Eure Miriam

 

 

Grüße aus Sambia

25.9.17

Besuch auf dem Markt

 

Hallo,

viele Grüße aus Sambia. Seit meinem letzten Blogeintrag habe ich einiges erlebt und ich möchte Euch davon berichten.

Marktbesuch:

Ich war bereits mehrmalsauf dem großen Markt in Solwezi,  und  auf dem kleinen Markt ganz in meiner Nähe. Dazu gibt es noch einen mittelgroßen Markt in der Stadt. Auf diesen Märkten kann man fast alles kaufen, z.B. Essen, Kleidung, Shampoo, Besen, Fahrräder…

Ich habe mir dabei unter anderem Chitenges gekauft. Das sind ca. 2 m lange Stofftücher, die man für sehr vieles verwenden kann. Die Frauen hier in Sambia tragen sie z.B. als Rock gewickelt, und benutzen sie um ihre Kinder zu tragen. -Wenn die Frauen Sachen auf den Kopf tragen, legen sie das Chitenge dazwischen. Auch wird es viel dazu benutzt sich daraufzusetzen, wenn man draußen unterwegs ist, da in der Trockenzeit hier in Solwezi überall sehr viel Staub ist. Denn es regnet tatsächlich nie in der Trockenzeit. Am weitesten verbreitet ist es jedoch, die Chitenges als Rock zu tragen, genau das mache ich auch. Allerdings hatte ich anfänglich das Problem, dass mein gebundener Rock immer wieder aufgegangen ist. Die Schwestern bei denen ich lebe kennen das Problem aber auch, und so konnten sie mir weiterhelfen. Mir wurden an meine Chitenge eine Art Bindeschnüre genäht, sodass ich meinen Rock jetzt festbinden kann und laufe  damit nicht mehr in Gefahr ihn zu verlieren

Auf den Markt zu gehen war eine besondere Erfahrung für mich. Ständig wurde ich angesprochen. Sehr viele Männer wollten meine Handynummer haben, mich umarmen, meine Freunde werden….Auch wollen die Verkäufer, dass ich stehen bleibe, oder mich zu ihnen  setze. Des Weiteren riefen die Leute ständig  „Muzungo“ was „weiße Person“ bedeutet oder „giant“ (Riese). Dies hat sich aber inzwischen etwas reduziert, da sich die Leute an mich gewöhnen und merken, dass ich keine Touristin bin.

Jedenfalls war es sehr interessant auf dem Markt und es gab vieles zu sehen. Jedoch frage ich immer bevor ich zum Markt gehe, um etwas zu kaufen, eine Freundin, wie viel es normalerweise kostet, da manche Verkäufer bei mir als Europäerin einen deutlich höheren Preis angeben. . So wollte der erste Verkäufer bei dem ich nach einem Chitenge fragte 120 Kwacha haben. Meine Freundin hatte mir aber gesagt, dass ein Chitenge normalerweise zwischen 30 und 50 Kwacha kostet. So wusste ich, dass der Preis zu hoch ist und habe das Chitenge letztlich für 40 Kwacha gekauft, man muss sich jedenfalls auf solche „Verkaufsgespräche“ einstellen und darf keine Angst haben zu handeln.

In Solwezi gibt es auch zwei Malls, wo man ebenfalls sehr viel kaufen kann. Es gibt 3 Supermärkte, zwei Mal Shoprite und einen pick and pay. Bei diesen hat man viel Auswahl, die Preise sind aber unter Umständen. höher als auf dem Markt.

Arbeit:

Ich habe auch (endlich) angefangen den ganzen Tag zu arbeiten. Als ich hier ankam, hatten nämlich gerade die Schulferien begonnen, und deshalb gab es für  mich nicht viel zu tun. Ich konnte zwar den Aunties (Haushaltskräfte und kümmern sich um die Kinder) beim Kochen und Putzen helfen, aber das hat auch nicht den Tag gefüllt. Ich musste dabei auch erst einmal mit der Vorstellung aufräumen, dass Europäer grundsätzlich Hausmädchen haben, welche die Hausarbeit für sie erledigen.

Sambia 1

Ich lerne wie man Nshima kocht

Seit letzter Woche  trudeln die Kinder nach und nach wieder ein und der Unterricht hat wieder angefangen. Die Kinder kommen nicht alle auf einmal, da viele Kinder entweder von sehr weit weg kommen oder die Angehörigen kein Auto haben und darauf warten müssen, dass jemand anderes die Kinder fährt (meist Fathers, d.h. Priester). Es ist sehr schön, dass die Kinder jetzt endlich hier sind und ich anfangen konnte mit den Kindern zu arbeiten. Über meinen Arbeitsalltag werde ich, sobald ich mehr an ihn gewöhnt bin, in meinem nächsten Blogeintrag genauer schreiben. Aber zu meiner Arbeit gehört insbesondere den Kindern Computerunterricht zu geben und am Nachmittag Zeit mit ihnen zu verbringen und mit ihnen zu spielen, oder sie in anderer Weise zu beschäftigen.

Jugendtreffen:

Am letzten Sonntag bin ich nachmittags auch zum Jugendtreffen der nächstgelegenen katholischen Gemeinde gegangen, um ein paar Leute kennenzulernen. Es wurde über die Bedeutung der Eucharistie geredet, zwar teilweise in Bemba, aber meine Sitznachbarin hat dankenswerterweise für mich auf Englisch übersetzt. Nächsten Sonntag soll es wohl irgendeine Art von Entertainment geben. Jedenfalls ist es für mich eine gute Gelegenheit gleichaltrige Sambier kennenzulernen.

Ach wenn doch nicht das Heimweh wäre…, dann wäre alles noch viel schöner. Hier in Sambia, ganz weit weg von Frankfurt, merke ich erst richtig was Heimat bedeutet. Aber ich weiß ja, dass ich in einem Jahr wieder nach Hause zurückkehren werde. Inzwischen weiß ich, dass viele Freiwillige gerade in der Anfangszeit mit Heimweh zu kämpfen haben.  Das Jahr wirkt zwar noch sehr lange, ich merke erst hier wie lange so ein Jahr tatsächlich ist, aber ich möchte jeden Tag sinnvoll gestalten und auch genießen.

Ich treffe  ab und zu zwei andere Freiwillige aus Deutschland, die nicht weit entfernt  von mir wohnen und es tut gut, sich mit ihnen austauschen zu können.

Ich freue mich schon sehr darauf in ein paar Tagen nach Lusaka zu fahren, wo ich andere Freiwillige von worldwidevolunteers treffen, mein Jahrespermit abholen und zur deutschen Botschaft gehen werde.

Viele Grüße aus dem momentan immer sonnigen Sambia.

(Bis zum nächsten Blogeintrag müsst Ihr nicht so lange warten, versprochen. Auch wenn das wlan oft ausfällt)

Kinderecke:

Ich bin jetzt seit etwa 6 Wochen in Sambia, das ist ein Land in Afrika. Ich arbeite hier mit Kindern mit Behinderungen. Bei meiner Arbeit bringe ich ihnen bei, wie man einen Computer benutzt und spiele  mit ihnen. Auch wenn ich hier sehr weit von  zuhause weg bin, manche Dinge sind auch gleich, z.B. verwechseln die Kinder hier auch oft beim Kreuzzeichen welche Seite zuerst kommt.

Ich werde mehr über meine Arbeit erzählen, wenn ich das nächste Mal schreibe, weil ich die Arbeit  dann schon besser kennen werde.

Das Wetter hier ist momentan immer sehr sonnig, da wir in der Trockenzeit sind, das heißt es regnet erst Ende Oktober, wenn die Regenzeit beginnt. Wo ich lebe, gibt es  keine Löwen oder Elefanten. Dafür gibt es hier Schweine, Hühner, giftige Schlangen, Eidechsen und Mosquitos. Mosquitos sind kleine Stechmücken und ihr könnt wahrscheinlich verstehen, dass ich sie nicht besonders mag, nachts schlafe ich unter einem Mosquito-Netz, damit ich nicht gestochen werde, denn davon könnte ich krank werden.

Auch das Essen hier ist anders als in Deutschland, z.B. gibt es jeden Tag Nshima. Das ist eine Art Brei aus Maismehl und Kasavamehl und Wasser. Inzwischen habe ich auch gelernt wie ich diesen kochen kann

Natürlich kann ich hier auch einkaufen gehen. Entweder gehe ich dafür in einen Supermarkt, die heißen hier aber Shoprite und pickandpay und nicht Edeka, REWE, ALDI…., oder ich gehe auf den Markt. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Ich kann hier auf dem Marktl, sehr viele unterschiedliche Dinge kaufen, z.B. Fahrräder, Seife, Essen…..

Ganz besonders gerne kaufe ich Ananas. Die schmeckt hier nämlich besonders lecker.

Auf dem Markt habe ich mir auch Chitenges gekauft. Das sind 2 m lange Stofftücher, die man für viele Dinge benutzen kann. Am meisten werden sie jedoch als Röcke getragen. Ich wickele sie um meine Hüften und dann habe ich einen bequemen Rock.

Das Einkaufen ist sehr interessant, denn hier wird nicht mit Euro bezahlt. In Sambia bezahlen wir mit Kwacha. Zehn Kwacha sind in etwa so viel wie 1 Euro.

Auch das Busfahren hier ist anders. Hier gibt es keine Bushaltestellen. Wenn ich irgendwo hinfahren möchte, stelle ich mich an eine große Straße und winke, wenn ein Bus vorbeifährt. Dann hält der Bus an und ich sage dem Fahrer wo ich hin möchte und steige ein. Die Busse hier sind oft sehr voll. Ungefähr 20 Leute in einer Art Minibus.

Viele Grüße aus dem sonnigen Sambia

Lusaka und Solwezi

Ich habe mich jetzt länger nicht gemeldet, da ich mich erstmal einleben wollte, dafür ist dieser Eintrag etwas länger. Entschuldigung wenn dieser Eintrag etwas chaotisch ist, bei den vielen neuen Eindrücken ist es schwer alles zu ordnen.

Während den restlichen Tagen in Lusaka lernte ich, wie man in Sambia Bus fährt, hier gibt es für die Busse innerhalb der Städte keine Haltestellen oder Fahrpläne. Man stellt sich einfach an den Straßenrand und winkt wenn ein Bus kommt und sagt, wo man hin will. Als Helene und ich das erste Mal versuchten Bus zu fahren, hielten mehrere Busse hintereinander nicht, zuerst dachten wir, wir würden etwas falsch machen, aber später erfuhren wir, dass die Busse nicht halten, wenn sie zu voll sind. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass voll sehr voll heißt. Dann schafften wir es endlich einen Bus heranzuwinken und mit ihn zu fahren. Während meiner restlichen Zeit in Lusaka stellte ich fest, dass man in den Bussen, Minibusse ähnlich den VW-Bussen, die innen umgebaut wurden, damit mehr Leute rein passen mit bis zu 20 Leuten sitzen kann. Außerdem ging unser Mentor mit uns ins Fußballstadion. Viele Sambier die ich getroffen habe sind sehr große Fußballfans.

Des Weiteren bekamen wir von unserem Mentor eine Einführung über das Land, die Kultur und Dinge die wir in Sambia beachten sollen.

Dann kam der Tag an dem ich Lusaka in Richtung Solwezi verließ. Um 6 Uhr bestieg ich den Fernbus nach Solwezi. Die Fahrt war einerseits sehr schön, da ich einen Fensterplatz hatte und viel sehen konnte. Allerdings war die Fahrt auch sehr lang (14 Stunden). Das Problem hierbei ist, dass der Bus, der mehrere Städte anfährt immer nur sehr kurz hält und nicht auf die Passagiere wartet. Daher ist es sehr riskant den Bus zu verlassen um z.B. auf Toilette zu gehen, da er ohne mich hätte weiterfahren können. Aber bei den Stopps konnte man sehr gut Essen und Trinken kaufen, da diese durch die Busfenster verkauft werden. Zur Straße lässt sich sagen, dass sie bis Chingola sehr gut war. Doch nach Chingola gibt es noch keine asphaltierte Straße (wird derzeit gebaut), daher war die Fahrt in den letzten ca. 2,5 Stunden etwas holpriger. Doch der Bus war sehr bequem. In Solwezi holten mich dann die Schwestern, bei denen ich lebe vom Bus ab und fuhren mit mir zum Cheshire Home Solwezi, meiner Heimat für das nächste Jahr. Müde von der langen Busfahrt aß ich noch zu Abend und ging dann zu Bett. Am nächsten Tag führte mich Sr. Miniwa durch das Cheshire Home und das Gelände. Es waren noch einige Kinder da, da ein Ausflug nach Livingstone geplant war. Dieser fiel aber leider ins Wasser. Also reisten die meisten Kinder nach und nach in den nächsten Tagen für die Ferien nach Hause. Momentan sind nur noch 4 Kinder da, die sich auf ihr Examen vorbereiten.

Ich hatte das Glück bei einer sambischen Collegeabschlussfeier zusehen zu können. Das war sehr interessant. Es standen mehrere Pavillion/Zelte da, die mit Tüchern in den sambischen Nationalfarben geschmückt waren. Es wurden viele Reden gehalten. Außerdem gab es Musik und Tanz. Die Absolventen zogen mit ihren Roben auf den Feldplatz ein. Vor den Absolventen lief eine Art Marschkapelle.

Nachmittags spiele ich mit den Kindern, z.B. Uno. Auch half ich schon beim Kochen und Wäsche waschen, aber per Hand. Ich hatte gedacht, dass Wäsche per Hand sehr schwierig ist, aber vor Allem ist das Auswringen der Wäsche sehr anstrengend.

Außerdem wurden mir die Obstbäume die es hier gibt gezeigt. Hier wachsen Bananen, Mangos, Papayas, Orangen, Zitronen und Guaven. Ich freue mich schon sehr darauf diese Früchte zu essen, sobald sie reif sind.

Momentan gibt es zum Essen viel Hühnchen, Fisch, Reis, Bohnen, Kohl und Nshima, eine Art Maisbrei. Normalerweise wird in Sambia mit der Hand gegessen. Die Schwestern verstehen aber, dass ich mich erst daran gewöhnen muss und ich kann eine Gabel benutzen. Die Schwierigkeit beim Essen mit der Hand ist nämlich, dass das Essen heiß ist und ich das an den Händen nicht gewöhnt bin. Daher fang ich immer mit der Gabel an zu essen und wenn es etwas abgekühlt ist, fahre ich mit den Fingern fort. Am Sonntag mache ich Pasta. Die Schwestern haben sich gewünscht, dass ich etwas typisch deutsches kochen soll. Dann habe ich gefragt, was ich denn kochen soll, ob die irgendwelche Wünsche hätten. Sie haben sich Pasta gewünscht. Daraufhin sagte ich, dass das zwar eher ein typisch italienisches Gericht ist, ich es aber gerne für sie koche.

Zum Frühstück gibt es Obst und Weißtoast. Für mich noch etwas schwierig ist, dass das Frühstück offiziell um 7 Uhr beginnt, die Schwestern aber erst nach ihrem Gebet zum Frühstück kommen und das ist mal 7 Uhr, mal 7:20 Uhr aber auch mal 8 Uhr, was ein bisschen ärgerlich ist, wenn man extra für das Frühstück so früh aufsteht. Zum Thema Zeit lässt sich auch sagen, dass ich festgestellt habe, dass jede Uhr im Konvent eine andere Uhrzeit angeht. Sie gehen alle zwischen 5-30 Minuten vor. Als ich die Schwestern fragte, warum jede Uhr anders gestellt ist, erfuhr ich, dass sie dies tun, damit sie nicht zu spät kommen.

Während meiner bisherigen Zeit war ich auch schon einmal in der Messe. Die Messe war, da alle katholischen Messen den gleichen Aufbau haben, genauso wie die Messen in Deutschland, nur in Englisch. Zur Sprache lässt sich sagen, dass sich das sambische Englisch stark vom Schulenglisch unterscheidet und es mir am Anfang sehr schwer fiel alles zu verstehen. Aber von Tag zu Tag verstehe ich das Englisch besser und kann besser auf Englisch reden.

Ich melde mich bald wieder mit weiteren Eindrücken, anbei noch ein paar Bilder.

Liebe Grüße

Miriam

PS:

Das Wetter hier ist kälter als ich erwartet hätte. Morgens und abends ziehe ich immer eine Jacke an.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch für das Buch mit guten Wünschen und schönen Fotos und die Videobotschaften bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

Flug und 1. Tag (4.8.17)

Am 2.08.2017 ging es für mich los. Letzte Hürden, wie beispielsweise, dass mein Handy am letzten Tag noch kaputt ging – ich vermute es liegt am Akku – wurden überwunden. So war ich um 19:00 am Frankfurter Hauptbahnhof, verabschiedete mich von meinem Vater und fuhr mit meiner Mutter, die mich bis zum Flughafen begleitet hat, nach München. In München ging es dann weiter zum Flughafen, wo ich andere Freiwillige traf. So war eine größere Gruppe Freiwilliger von Worldwide Volunteers da, die nach Kolumbien fliegen wollten und natürlich kamen auch Helene, Mattis und Marvin, die ihren Freiwilligendienst auch in Sambia machen. Als die Nacht am Flughafen sich dem Ende neigte, verabschiedete ich mich auch von meiner Mutter und bestieg mit Helene, Mattis und Marvin den Flieger. Um 7 Uhr flogen wir dann los – los nach Amsterdam. Von Amsterdam aus ging es weiter nach Nairobi und von dort aus flogen wir dann nach Lusaka, der Hauptstadt von Sambia. In Lusaka stellten wir fest, dass wir zwar gut angekommen waren, unser Gepäck aber nicht. Also meldeten wir unser Gepäck als vermisst. Am Flughafen wurden wir von unserem Mentor abgeholt, der Helene und mich zum Cheshire Home Kabulonga in Lusaka fuhr, wo wir übernachten. Nach 32 Stunden Reisezeit angekommen, sanken wir glücklich in unsere Kissen. Am nächsten Morgen holte unser Mentor uns wieder ab und wir gingen frühstücken (Marmeladentörtchen). Im Laufe des Tages besorgten wir uns eine sambische Sim-Karte, dann kam die Nachricht, dass unser Gepäck angekommen sei. Daher fuhren wir zum Flughafen um es abzuholen, 7 von 9 Gepäckstücken waren auch schon angekommen und die Rucksäcke von Mattis und mir kommen sicher auch bald.

Nachdem wir noch verschiedene Orte in Lusaka besuchten (z.B. eine Mall um zu essen). Ging es zurück ins Cheshire House. Müde, wie wir von der Reise sind, werden wir sicher gut schlafen.

Liebe Grüße Miriam

Reisevorbereitungen

Mein Weg führt mich für ein Jahr nach Sambia. Dort werde ich im Cheshire Home von Solwezi die lokalen Mitarbeiter unterstützen und mit den katholischen Nonnen,, die das Projekt leiten, leben .

Ich mache dies über das „weltwärts“-Programm ( http://weltwärts.de/de/ ) des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Träger, über den ich nach Sambia gehe ist Worldwide Volunteers.(http://www.wwvolunteers.de/)

Jetzt ist es schon soweit, morgen geht es los, über München, Amsterdam, Nairobi und Lusaka, der Hauptstadt von Sambia, werde ich nach Solwezi reisen.

Während ich beginne zu packen lasse ich meine Vorbereitungsseminare mit Themen wie interkulturelle Kommunikation, Gesundheit etc. Revue passieren. Ich fühle mich sehr gut vorbereitet doch trotzdem wächst meine Nervosität jetzt, da die Ausreise näher kommt. Was soll ich mitnehmen, was nicht? Was wird mich erwarten?…

Ich freue mich aber schon sehr auf ein Jahr voller Erfahrungen.

Bildquelle: wikipedia.de