Lusaka und Solwezi

Ich habe mich jetzt länger nicht gemeldet, da ich mich erstmal einleben wollte, dafür ist dieser Eintrag etwas länger. Entschuldigung wenn dieser Eintrag etwas chaotisch ist, bei den vielen neuen Eindrücken ist es schwer alles zu ordnen.

Während den restlichen Tagen in Lusaka lernte ich, wie man in Sambia Bus fährt, hier gibt es für die Busse innerhalb der Städte keine Haltestellen oder Fahrpläne. Man stellt sich einfach an den Straßenrand und winkt wenn ein Bus kommt und sagt, wo man hin will. Als Helene und ich das erste Mal versuchten Bus zu fahren, hielten mehrere Busse hintereinander nicht, zuerst dachten wir, wir würden etwas falsch machen, aber später erfuhren wir, dass die Busse nicht halten, wenn sie zu voll sind. Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass voll sehr voll heißt. Dann schafften wir es endlich einen Bus heranzuwinken und mit ihn zu fahren. Während meiner restlichen Zeit in Lusaka stellte ich fest, dass man in den Bussen, Minibusse ähnlich den VW-Bussen, die innen umgebaut wurden, damit mehr Leute rein passen mit bis zu 20 Leuten sitzen kann. Außerdem ging unser Mentor mit uns ins Fußballstadion. Viele Sambier die ich getroffen habe sind sehr große Fußballfans.

Des Weiteren bekamen wir von unserem Mentor eine Einführung über das Land, die Kultur und Dinge die wir in Sambia beachten sollen.

Dann kam der Tag an dem ich Lusaka in Richtung Solwezi verließ. Um 6 Uhr bestieg ich den Fernbus nach Solwezi. Die Fahrt war einerseits sehr schön, da ich einen Fensterplatz hatte und viel sehen konnte. Allerdings war die Fahrt auch sehr lang (14 Stunden). Das Problem hierbei ist, dass der Bus, der mehrere Städte anfährt immer nur sehr kurz hält und nicht auf die Passagiere wartet. Daher ist es sehr riskant den Bus zu verlassen um z.B. auf Toilette zu gehen, da er ohne mich hätte weiterfahren können. Aber bei den Stopps konnte man sehr gut Essen und Trinken kaufen, da diese durch die Busfenster verkauft werden. Zur Straße lässt sich sagen, dass sie bis Chingola sehr gut war. Doch nach Chingola gibt es noch keine asphaltierte Straße (wird derzeit gebaut), daher war die Fahrt in den letzten ca. 2,5 Stunden etwas holpriger. Doch der Bus war sehr bequem. In Solwezi holten mich dann die Schwestern, bei denen ich lebe vom Bus ab und fuhren mit mir zum Cheshire Home Solwezi, meiner Heimat für das nächste Jahr. Müde von der langen Busfahrt aß ich noch zu Abend und ging dann zu Bett. Am nächsten Tag führte mich Sr. Miniwa durch das Cheshire Home und das Gelände. Es waren noch einige Kinder da, da ein Ausflug nach Livingstone geplant war. Dieser fiel aber leider ins Wasser. Also reisten die meisten Kinder nach und nach in den nächsten Tagen für die Ferien nach Hause. Momentan sind nur noch 4 Kinder da, die sich auf ihr Examen vorbereiten.

Ich hatte das Glück bei einer sambischen Collegeabschlussfeier zusehen zu können. Das war sehr interessant. Es standen mehrere Pavillion/Zelte da, die mit Tüchern in den sambischen Nationalfarben geschmückt waren. Es wurden viele Reden gehalten. Außerdem gab es Musik und Tanz. Die Absolventen zogen mit ihren Roben auf den Feldplatz ein. Vor den Absolventen lief eine Art Marschkapelle.

Nachmittags spiele ich mit den Kindern, z.B. Uno. Auch half ich schon beim Kochen und Wäsche waschen, aber per Hand. Ich hatte gedacht, dass Wäsche per Hand sehr schwierig ist, aber vor Allem ist das Auswringen der Wäsche sehr anstrengend.

Außerdem wurden mir die Obstbäume die es hier gibt gezeigt. Hier wachsen Bananen, Mangos, Papayas, Orangen, Zitronen und Guaven. Ich freue mich schon sehr darauf diese Früchte zu essen, sobald sie reif sind.

Momentan gibt es zum Essen viel Hühnchen, Fisch, Reis, Bohnen, Kohl und Nshima, eine Art Maisbrei. Normalerweise wird in Sambia mit der Hand gegessen. Die Schwestern verstehen aber, dass ich mich erst daran gewöhnen muss und ich kann eine Gabel benutzen. Die Schwierigkeit beim Essen mit der Hand ist nämlich, dass das Essen heiß ist und ich das an den Händen nicht gewöhnt bin. Daher fang ich immer mit der Gabel an zu essen und wenn es etwas abgekühlt ist, fahre ich mit den Fingern fort. Am Sonntag mache ich Pasta. Die Schwestern haben sich gewünscht, dass ich etwas typisch deutsches kochen soll. Dann habe ich gefragt, was ich denn kochen soll, ob die irgendwelche Wünsche hätten. Sie haben sich Pasta gewünscht. Daraufhin sagte ich, dass das zwar eher ein typisch italienisches Gericht ist, ich es aber gerne für sie koche.

Zum Frühstück gibt es Obst und Weißtoast. Für mich noch etwas schwierig ist, dass das Frühstück offiziell um 7 Uhr beginnt, die Schwestern aber erst nach ihrem Gebet zum Frühstück kommen und das ist mal 7 Uhr, mal 7:20 Uhr aber auch mal 8 Uhr, was ein bisschen ärgerlich ist, wenn man extra für das Frühstück so früh aufsteht. Zum Thema Zeit lässt sich auch sagen, dass ich festgestellt habe, dass jede Uhr im Konvent eine andere Uhrzeit angeht. Sie gehen alle zwischen 5-30 Minuten vor. Als ich die Schwestern fragte, warum jede Uhr anders gestellt ist, erfuhr ich, dass sie dies tun, damit sie nicht zu spät kommen.

Während meiner bisherigen Zeit war ich auch schon einmal in der Messe. Die Messe war, da alle katholischen Messen den gleichen Aufbau haben, genauso wie die Messen in Deutschland, nur in Englisch. Zur Sprache lässt sich sagen, dass sich das sambische Englisch stark vom Schulenglisch unterscheidet und es mir am Anfang sehr schwer fiel alles zu verstehen. Aber von Tag zu Tag verstehe ich das Englisch besser und kann besser auf Englisch reden.

Ich melde mich bald wieder mit weiteren Eindrücken, anbei noch ein paar Bilder.

Liebe Grüße

Miriam

PS:

Das Wetter hier ist kälter als ich erwartet hätte. Morgens und abends ziehe ich immer eine Jacke an.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch für das Buch mit guten Wünschen und schönen Fotos und die Videobotschaften bedanken. Ich habe mich sehr darüber gefreut.

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