Grüße aus Sambia

25.9.17

Besuch auf dem Markt

 

Hallo,

viele Grüße aus Sambia. Seit meinem letzten Blogeintrag habe ich einiges erlebt und ich möchte Euch davon berichten.

Marktbesuch:

Ich war bereits mehrmalsauf dem großen Markt in Solwezi,  und  auf dem kleinen Markt ganz in meiner Nähe. Dazu gibt es noch einen mittelgroßen Markt in der Stadt. Auf diesen Märkten kann man fast alles kaufen, z.B. Essen, Kleidung, Shampoo, Besen, Fahrräder…

Ich habe mir dabei unter anderem Chitenges gekauft. Das sind ca. 2 m lange Stofftücher, die man für sehr vieles verwenden kann. Die Frauen hier in Sambia tragen sie z.B. als Rock gewickelt, und benutzen sie um ihre Kinder zu tragen. -Wenn die Frauen Sachen auf den Kopf tragen, legen sie das Chitenge dazwischen. Auch wird es viel dazu benutzt sich daraufzusetzen, wenn man draußen unterwegs ist, da in der Trockenzeit hier in Solwezi überall sehr viel Staub ist. Denn es regnet tatsächlich nie in der Trockenzeit. Am weitesten verbreitet ist es jedoch, die Chitenges als Rock zu tragen, genau das mache ich auch. Allerdings hatte ich anfänglich das Problem, dass mein gebundener Rock immer wieder aufgegangen ist. Die Schwestern bei denen ich lebe kennen das Problem aber auch, und so konnten sie mir weiterhelfen. Mir wurden an meine Chitenge eine Art Bindeschnüre genäht, sodass ich meinen Rock jetzt festbinden kann und laufe  damit nicht mehr in Gefahr ihn zu verlieren

Auf den Markt zu gehen war eine besondere Erfahrung für mich. Ständig wurde ich angesprochen. Sehr viele Männer wollten meine Handynummer haben, mich umarmen, meine Freunde werden….Auch wollen die Verkäufer, dass ich stehen bleibe, oder mich zu ihnen  setze. Des Weiteren riefen die Leute ständig  „Muzungo“ was „weiße Person“ bedeutet oder „giant“ (Riese). Dies hat sich aber inzwischen etwas reduziert, da sich die Leute an mich gewöhnen und merken, dass ich keine Touristin bin.

Jedenfalls war es sehr interessant auf dem Markt und es gab vieles zu sehen. Jedoch frage ich immer bevor ich zum Markt gehe, um etwas zu kaufen, eine Freundin, wie viel es normalerweise kostet, da manche Verkäufer bei mir als Europäerin einen deutlich höheren Preis angeben. . So wollte der erste Verkäufer bei dem ich nach einem Chitenge fragte 120 Kwacha haben. Meine Freundin hatte mir aber gesagt, dass ein Chitenge normalerweise zwischen 30 und 50 Kwacha kostet. So wusste ich, dass der Preis zu hoch ist und habe das Chitenge letztlich für 40 Kwacha gekauft, man muss sich jedenfalls auf solche „Verkaufsgespräche“ einstellen und darf keine Angst haben zu handeln.

In Solwezi gibt es auch zwei Malls, wo man ebenfalls sehr viel kaufen kann. Es gibt 3 Supermärkte, zwei Mal Shoprite und einen pick and pay. Bei diesen hat man viel Auswahl, die Preise sind aber unter Umständen. höher als auf dem Markt.

Arbeit:

Ich habe auch (endlich) angefangen den ganzen Tag zu arbeiten. Als ich hier ankam, hatten nämlich gerade die Schulferien begonnen, und deshalb gab es für  mich nicht viel zu tun. Ich konnte zwar den Aunties (Haushaltskräfte und kümmern sich um die Kinder) beim Kochen und Putzen helfen, aber das hat auch nicht den Tag gefüllt. Ich musste dabei auch erst einmal mit der Vorstellung aufräumen, dass Europäer grundsätzlich Hausmädchen haben, welche die Hausarbeit für sie erledigen.

Sambia 1

Ich lerne wie man Nshima kocht

Seit letzter Woche  trudeln die Kinder nach und nach wieder ein und der Unterricht hat wieder angefangen. Die Kinder kommen nicht alle auf einmal, da viele Kinder entweder von sehr weit weg kommen oder die Angehörigen kein Auto haben und darauf warten müssen, dass jemand anderes die Kinder fährt (meist Fathers, d.h. Priester). Es ist sehr schön, dass die Kinder jetzt endlich hier sind und ich anfangen konnte mit den Kindern zu arbeiten. Über meinen Arbeitsalltag werde ich, sobald ich mehr an ihn gewöhnt bin, in meinem nächsten Blogeintrag genauer schreiben. Aber zu meiner Arbeit gehört insbesondere den Kindern Computerunterricht zu geben und am Nachmittag Zeit mit ihnen zu verbringen und mit ihnen zu spielen, oder sie in anderer Weise zu beschäftigen.

Jugendtreffen:

Am letzten Sonntag bin ich nachmittags auch zum Jugendtreffen der nächstgelegenen katholischen Gemeinde gegangen, um ein paar Leute kennenzulernen. Es wurde über die Bedeutung der Eucharistie geredet, zwar teilweise in Bemba, aber meine Sitznachbarin hat dankenswerterweise für mich auf Englisch übersetzt. Nächsten Sonntag soll es wohl irgendeine Art von Entertainment geben. Jedenfalls ist es für mich eine gute Gelegenheit gleichaltrige Sambier kennenzulernen.

Ach wenn doch nicht das Heimweh wäre…, dann wäre alles noch viel schöner. Hier in Sambia, ganz weit weg von Frankfurt, merke ich erst richtig was Heimat bedeutet. Aber ich weiß ja, dass ich in einem Jahr wieder nach Hause zurückkehren werde. Inzwischen weiß ich, dass viele Freiwillige gerade in der Anfangszeit mit Heimweh zu kämpfen haben.  Das Jahr wirkt zwar noch sehr lange, ich merke erst hier wie lange so ein Jahr tatsächlich ist, aber ich möchte jeden Tag sinnvoll gestalten und auch genießen.

Ich treffe  ab und zu zwei andere Freiwillige aus Deutschland, die nicht weit entfernt  von mir wohnen und es tut gut, sich mit ihnen austauschen zu können.

Ich freue mich schon sehr darauf in ein paar Tagen nach Lusaka zu fahren, wo ich andere Freiwillige von worldwidevolunteers treffen, mein Jahrespermit abholen und zur deutschen Botschaft gehen werde.

Viele Grüße aus dem momentan immer sonnigen Sambia.

(Bis zum nächsten Blogeintrag müsst Ihr nicht so lange warten, versprochen. Auch wenn das wlan oft ausfällt)

Kinderecke:

Ich bin jetzt seit etwa 6 Wochen in Sambia, das ist ein Land in Afrika. Ich arbeite hier mit Kindern mit Behinderungen. Bei meiner Arbeit bringe ich ihnen bei, wie man einen Computer benutzt und spiele  mit ihnen. Auch wenn ich hier sehr weit von  zuhause weg bin, manche Dinge sind auch gleich, z.B. verwechseln die Kinder hier auch oft beim Kreuzzeichen welche Seite zuerst kommt.

Ich werde mehr über meine Arbeit erzählen, wenn ich das nächste Mal schreibe, weil ich die Arbeit  dann schon besser kennen werde.

Das Wetter hier ist momentan immer sehr sonnig, da wir in der Trockenzeit sind, das heißt es regnet erst Ende Oktober, wenn die Regenzeit beginnt. Wo ich lebe, gibt es  keine Löwen oder Elefanten. Dafür gibt es hier Schweine, Hühner, giftige Schlangen, Eidechsen und Mosquitos. Mosquitos sind kleine Stechmücken und ihr könnt wahrscheinlich verstehen, dass ich sie nicht besonders mag, nachts schlafe ich unter einem Mosquito-Netz, damit ich nicht gestochen werde, denn davon könnte ich krank werden.

Auch das Essen hier ist anders als in Deutschland, z.B. gibt es jeden Tag Nshima. Das ist eine Art Brei aus Maismehl und Kasavamehl und Wasser. Inzwischen habe ich auch gelernt wie ich diesen kochen kann

Natürlich kann ich hier auch einkaufen gehen. Entweder gehe ich dafür in einen Supermarkt, die heißen hier aber Shoprite und pickandpay und nicht Edeka, REWE, ALDI…., oder ich gehe auf den Markt. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Ich kann hier auf dem Marktl, sehr viele unterschiedliche Dinge kaufen, z.B. Fahrräder, Seife, Essen…..

Ganz besonders gerne kaufe ich Ananas. Die schmeckt hier nämlich besonders lecker.

Auf dem Markt habe ich mir auch Chitenges gekauft. Das sind 2 m lange Stofftücher, die man für viele Dinge benutzen kann. Am meisten werden sie jedoch als Röcke getragen. Ich wickele sie um meine Hüften und dann habe ich einen bequemen Rock.

Das Einkaufen ist sehr interessant, denn hier wird nicht mit Euro bezahlt. In Sambia bezahlen wir mit Kwacha. Zehn Kwacha sind in etwa so viel wie 1 Euro.

Auch das Busfahren hier ist anders. Hier gibt es keine Bushaltestellen. Wenn ich irgendwo hinfahren möchte, stelle ich mich an eine große Straße und winke, wenn ein Bus vorbeifährt. Dann hält der Bus an und ich sage dem Fahrer wo ich hin möchte und steige ein. Die Busse hier sind oft sehr voll. Ungefähr 20 Leute in einer Art Minibus.

Viele Grüße aus dem sonnigen Sambia

Ein Gedanke zu “Grüße aus Sambia

  1. Liebe Miriam,
    spannend Deinen Bericht aus Sambia zu lesen. Danke ,daß Du uns teilhaben lässt an Deinem
    Projekt. Respekt für Dein Engagement. Wir sind sicher daß Du und alle Beteiligten vor Ort viel Gutes erfahren. Jugendliche die wir aus Bremen kennen und die in den vergangenen Jahren vergleichbare
    Schritte gegangen sind (1 Jahr in Afrika, Lateinanmerika oder Asien) haben die Dinge so eingeschätzt. Das Kennenlernen der Lebenssituationen anderer Menschen ( kulturell, religiös, sozial, politisch)
    bereichert ungemein und lässt vielleicht die eigene heimische Lebenssituation besser einordnen.
    Wir wünschen Dir viel Freude an Deiner Arbeit und gute Netzwerke bei Dir vor Ort und in Lusaka.
    und freuen uns auf neue Nachrichten.
    Lieben Gruss aus Bremen von Uschi und Uli

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