Neuigkeiten aus Sambia

IMG-20171219-WA0002In Afrika ist es immer viel zu heiß, oder?
Hallo ins kalte Deutschland aus dem zumindest etwas wärmeren Sambia. Bevor ich mich genauer auf meinen Aufenthalt in Solwezi vorbereitet habe, dachte ich ,,Juhu ein Jahr lang Sommer“. Nun da ich schon etwas länger hier bin, sind mir 2 Dinge bewusst geworden.
1. Ich vermisse tatsächlich die Jahreszeiten, wenn sich die Blätter rot färben, es kälter wird, der erste Schnee fällt…
2. Ich kann nur über Solwezi schreiben, aber so warm ist es zumindest hier momentan auch nicht, insbesondere, nachdem es geregnet hat. Da wir momentan Regenzeit haben, regnet es sehr viel und sehr oft und sehr lange und daher bleiben die Temperaturen meist im meiner Meinung nach kälteren Bereich, so dass ich eine Jacke über mein T-Shirt anziehen muss. Also immer noch deutlich wärmer als in Deutschland, aber nicht so, dass ich vor Hitze zerfließe.

Die Arbeit:
IMG-20171219-WA0004Ich gebe weiterhin Computerunterricht. Inzwischen habe ich sogar einen Lehrplan erhalten, sodass ich eine zusätzliche Orientierungshilfe zu den Schulbüchern habe. Ich freue mich sehr darüber, dass die Kinder große Fortschritte gemacht haben, z.B. haben die Kinder aus Klasse 1 inzwischen gelernt ohne direkte Hilfe den Computer hochzufahren, Microsoft Office Word zu starten und ihren Namen zu tippen.
Klasse 2 und 3 können mittlerweile immer besser Sätze von der Tafel abtippen und teilweise geübte leichte Sätze selbstständig tippen. Ich merke, dass das Unterrichten selber viel Arbeit ist, aber auch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts ist nicht zu unterschätzen.
Auch nicht leichter ist es, wenn plötzlich der Strom ausfällt und ich mich auf eine Stunde vorbereitet habe, in der am Computer gearbeitet wird. Aber inzwischen habe ich gelernt, und immer eine Stunde geplant, für die die Computer nicht benötigt werden.

Nachmittags haben  viele der Mädchen immer noch sehr viel Spaß dabei, meine Haare zu flechten und die Jungen drehen gerne Filme und alle Kinder posen sehr gerne vor der Kamera.
Die Idee, ein neues Lied mit mir zu lernen, stieß hingegen auf wenig Begeisterung, aber das Leben besteht nicht nur aus Spaß, da müssen sie durch.

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen:

IMG-20171219-WA0006Am 3.12. war Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen, dieser wurde in Solwezi gefeiert und natürlich nahm das Cheshire Home Solwezi auch daran teil. Wir fuhren mit dem Schulbus zum Ausgangspunkt einer Parade, wo auch eine Marschkapelle, gehörlose Schüler, andere Menschen mit Behinderungen… warteten. Von dort aus zogen wir mit dem Bürgermeister zur Shopping Mall. Meine Aufgabe dabei war, zu helfen die Kinder im Rollstuhl zu schieben. Auf dem Parkplatz waren unter Pavillons Stühle aufgebaut und viele der Gruppen, die an der Parade teilnahmen, hatten Auftritte. Die Kinder, mit denen ich arbeite, haben gesungen (das Cheshire Home Solwezi hat einen tollen Chor) und sind als Cultural Group aufgetreten.

Weihnachtsfeier der Pre-School:
IMG-20171219-WA0001Neben dem Cheshire Home liegt eine Pre-School, die von den Schwestern geleitet wird. Die Einnahmen aus dieser Schule werden zur Finanzierung des Cheshire Home genutzt. Am 6.12. war die Weihnachtsfeier der Pre-School. Diese wurde im Pastoral Centre, dass in unserer direkten Nachbarschaft liegt, gefeiert. Ich half beim Auf- und Abbau und machte Fotos vom Auftritt der Kinder des Cheshire Home, die gebeten worden waren, auf der Weihnachtsfeier aufzutreten. Generell war der Ablauf so, dass kurze Willkommensreden gehalten wurden, jede Klasse auftrat (singen, tanzen, buchstabieren, Theater spielen und modelln), die besten Schüler ausgezeichnet wurden und ,,Father Christmas“ kam. Vor Beginn der Feier haben die Angehörigen der Kinder Geschenke abgegeben, die mit deren Namen versehen waren. Diese hat ,,Father Christmas“ dann an die Kinder verteilt.
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Ansonsten werde ich von den Lehrern und den Schwestern oft um Hilfe beim Abtippen irgendwelcher Texte gebeten oder um das Lösen von Computerproblemen. Das Abtippen ist zwar manchmal etwas monoton, aber meist schnell erledigt. Nur denken die Lehrer und manche Schwestern, ich sei ein richtiger Computerexperte und kommen mit sehr vielen Problemen zu mir. Manche davon kann ich selber lösen (z.B. ein Update machen), andere Probleme kann ich mit der Hilfe von Freunden oder Google lösen (z.B. ,,An meinem Laptop funktioniert die Taste „m“ nicht mehr, was kann ich machen?“), andere Probleme kann ich auch nicht lösen, da ich z.B. das Programm Excel kaum kenne.
Eine weitere große Herausforderung für mich war, als mir gesagt wurde, dass die Kinder in 10 Minuten Sportunterricht haben und ich diesen diese Woche halten solle. Das war eine echte Herausforderung, da viele der Kinder keine Lust hatten, ich keine Zeit hatte mich vorzubereiten, und die Kinder sehr unterschiedliche Behinderung haben und deshalb alle verschiedene Übungen nicht mitmachen können, wo ich mir dann Alternativen überlegen musste.

Kulinarisches:
Ich habeIMG-20171219-WA0005 für die Schwestern Brot gebacken. Dafür habe ich im Supermarkt ,,braunes Mehl“ gekauft. Ich glaube, es war Weizenvollkornmehl. Nachdem ich mit Backen fertig war, haben sich die Schwestern sehr über ein ,,braunes Brot“ gefreut, da sie so selten ,,dunkles Brot“ essen können. Für mich war es immer noch ein Weißbrot, da sieht man den Unterschied in der Brotkultur.IMG-20171210-WA0001
Ich freue mich darauf, heute nach Lusaka, der Hauptstadt, zu fahren, wo ich andere Freiwillige und meinen Mentor treffen werde.
Anschließend werde ich nach Livingstone zu den Viktoriafällen und nach Kitwe fahren, um dann gut erholt ins neue Schuljahr starten zu können, das im Januar beginnt.

 

Liebe Grüße aus Sambia

Eure Miriam

3 Gedanken zu “Neuigkeiten aus Sambia

  1. Liebe Miriam,
    spannend zu lesen, was Du so alles erlebst.Dein Netzwerk wird ja immer grösser.
    Die Adventszeit ist ja für etwas Entschleunigungund Besinnung gedacht. Hoffentlich bleibt Dir etwas davon. Haben gerade einen Artikel aus dem Weserkurier vor uns liegen,wo in dem Reiseteil über Sambia berichtet wird.In dem Artikel geht es um Touristik, Nationalparks, Tierwelt und Abenteuer.
    Unterkünfte werden beschrieben, einerseits für Camping und einfache Hütten oder auch Luxus-Lodges.
    Sambias Tourismus steht dabei noch in den Anfängen. Immerhin sollen 2015 ca. 1 Mio Touristen aus vielen Ländern, darunter 10% aus Deutschland im Land gewesen sein. Sambia lässt sich danach ganzjährig bereisen; nur zur Regenzeit von Dezember bis April wäre mit Einschränkungen zu rechnen.
    Wir wissen nicht ob sich in Deiner Umgebung und in Deiner Tätigkeit Touristen zeigen, die Land und Leute wohl aus einer ganz anderen eingeschränkten Perspektive erleben; völlig anders als Du.
    Wir denken, dass sich Dein ganzheitliches Erleben und Deine Erfahrungen doch positiv abheben gegenüber dem von Touristen.
    Wir wünschen Dir weiterhin viel spannende und berührende Begebenheiten und freuen uns auf neue Infos von Dir. Frohe Weihnachten und eine guten Start ins Neue Jahr wünschen wir Dir und Deinen Mitmenschen vor Ort. Grüsse Deine Eltern wenn Sie Dich Anfang des neuen Jahres in den Arm nehmen. Liebe Grüsse von Uschi und Uli

    P.S. Wir haben hier schon fast das ganze Jahr Regenzeit. Vielleicht gibt es ja jahreszeitgemäss zu
    Weihnachten etwas Schnee und natürlich auch Sonne. Drück uns mal die Daumen.

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  2. Hallo Mirijam. Lass es dir gutgehen bei den Viktoriafällen. Ich weiss immer noch nicht wie ich dir ein Foto senden kann. Vielleicht bekomme ich das ja noch raus. Ist bestimmt komisch für dich Weihnachten nicht zu Hause zu sein. Wir werden dich bei der Christmette in Nied bestimmt vermissen. Hab aber eine schöne Zeit und bis
    Ingrid

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  3. Das wird ein spannendes Jahr, an dass Du Dich Dein Leben lang erinnern wirst! Mache bloß viele Fotos, weil die Bilder die späteren Erinnerungen stützen werden. Meine große Fernreise ist nun 10 Jahre her, aber ich schaue sie mir immer wieder die Fotos an und schwelge in der Erinnerung! Ich wünsche Dir weiterhin interessante und spannende Erlebnisse und komme bitte heil zurück (da habe ich aber keine Sorgen!). Dein Günter

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