Hallo, viele Grüße aus Sambia!

Die Zeit hier vergeht momentan wie im Flug, gerade war es noch Mitte Februar und jetzt ist es schon fast April, nicht zu fassen, wie schnell die Zeit vergehen kann.

Wie immer habe ich mal wieder viel zu erzählen.

Die Arbeit:

vlcsnap-2018-03-31-18h46m41s742Ich gebe weiterhin Computerunterricht und die Kinder sind (zumindest meistens) mit sehr viel Motivation und Freude bei der Sache, wenn wir Praxisunterricht machen. Der Theorieunterricht scheint ihnen immer noch nicht ganz so viel Spaß zu machen, aber das Leben besteht eben nicht nur aus Spaß, da müssen sie durch, denn auch die Theorieinhalte (z.B. was ist Informations- und Kommunikationstechnologie oder den Unterschied zwischen Hardware und Software) sind Teil des Lehrplans.  Gerade die theoretischen Inhalte sind nicht immer leicht zu vermitteln und ich muss sie zum Teil oft wiederholen, bis alle diese verstanden haben. Aber die Kinder sind eifrig bei der Sache, damit wir bald wieder mit den Praxisinhalten weitermachen können.

IMG-20180316-WA0002Eine große Herausforderung für mich waren die “WEEK 10 ASSESSMENTS”, Tests am Ende von Woche 10, die in allen Fächern geschrieben wurden. Für mich war es insofern eine Premiere, als das ich zum ersten Mal einen bewerteten Test mit den Kindern schreiben sollte. Ich dachte während meiner Schulzeit immer, dass Tests zu schreiben schwer sei. Ich persönlich habe jetzt aber festgestellt, dass das Konzipieren eines Tests meiner Meinung nach viel schwerer ist. Der Test soll ja eine Herausforderung, aber auch nicht zu schwer sein. Also verbrachte ich einen Nachmittag im Office und versuchte einen Test zusammenzustellen. Dankenswerterweise hat mir auch diesmal Teacher Kaswaya geholfen und meine Tests korrekturgelesen. Also hatte ich schließlich meine fertigen Tests und schrieb diese mit den Kindern, wobei  ich manchen Kindern aufgrund deren Behinderung beim Schreiben half.  Das Bewerten hat dann glücklicherweise nicht lange gedauert, da ich viele Fragen zum Ankreuzen gestellt habe oder nur kurze Antworten gegeben werden mussten. Ich bin sehr stolz auf die Kinder, kein Kind hat weniger als 50% der Punkte erreicht. Nach Ostern werde ich auch einen kleinen Praxistest mit den Kindern durchführen, um zu sehen, welche Themen sie schon verinnerlicht haben und welche ich nocheinmal wiederholen muss. Insofern war der Test auch eine sehr gute Rückmeldung füer mich, da ich sehen konnte, welche Themen schon „sitzen“ (Informations- und Kommunikationstechnologie, Teile des Computers, Regeln füer den Umgang mit Computern) und welche Themen ich nochmal wiederholen muss (Hardware und Software, Input und Output).

Nachmittags singe ich immer noch manchmal mit den Kindern, spiele aber auch Fussball (oder versuche es zumindest J), unterhalte mich und male viel mit den Kindern. Die Kinder sind immer sehr begeistert,wenn ich ihnen Papier mitbringe, auf dem sie malen können, das ist dann etwas ganz besonderes für sie. Auch habe ich mit ihnen Frösche gefaltet, die hüpfen wenn man hinten draufdrückt und natürlich auch den Klassiker „Himmel und Hoelle” Dabei habe ich festgestellt, dass es sehr schwer ist Kinder fürs Falten zu begeistern wenn ich sage:,, Komm ich zeige euch wie man dieses oder jenes faltet.” Es ist viel einfacher, wenn ich waährend sie malen, anfange etwas zu falten, dann wollen sie es auch ausprobieren.

Außerdem achte ich darauf, dass die Kinder, wenn sie fernsehen dürfen, nur Kanäle anschauen, die auch für alle Kinder geeignet sind und sie sich nicht z.B. Horrorfilme ansehen.

In letzter Zeit habe ich auch viel im Büro mitgeholfen. Ich habe Akten sortiert, Briefe, Tabellen etc. abgetippt und auch dabei geholfen Tests abzutippen.  Auch habe ich viel kopiert, z.B. Tests. Des Weiteren habe ich dabei geholfen die Record Books (eine Art Zeugnisheft) für die angrenzende Pre-School anzufertigen. Dabei mussten Teacher Kaswaya und ich zuerst einmal ausprobieren, wie wir das Papier einlegen müssen damit es beidseitig in die richtigen Richtungen bedruckt wird. Nach wenigen Fehlversuchen hatten wir es dann glücklicherweise raus und das Kopieren konnte losgehen. Ein Problem dass hier aber öfter beim Kopieren auftritt, wegen dem ich auch beim Kopieren helfen sollte, ist, dass der Kopierer wunderbar kopiert, solange man nicht mehr als drei Kopien auf einmal machen möchte. Das fuehrt dann nämlich zu Papierstau. Also muss man immer den Befehl: ,,Bitte 3 x kopieren” geben und dann anschließend erneut immer so weiter machen. Da über 100 Record Books angefertigt werden mussten, bestehend aus 2 beidseitig bedruckten Blättern, hat das einige Zeit in Anspruch genommen und so war es auch mal an mir, neben dem Kopierer zu sitzen und immer 3 Kopien auf einmal anzufertigen. Nur musste ich oft auch eine Pause einlegen, da wenn man zu oft hintereinander immer 3 Kopien anfertigt dies auch zu vielen Papierstaus führt. Dann hilft es aber fuer gewöhnlich dem Drucker eine kurze Pause zu geben und anschließend weiterzumachen.

Das Zwischenseminar:

Ende Februar ging es für mich wieder nach Lusaka, wo Daniel Engelmann von Worldwide Volunteers mit uns das Zwischenseminar abhielt. Es waren sehr schöne Tage, die wir zum Austausch und zur Reflexion nutzten und auch viel über die Kultur sprachen (was gefällt uns, was nicht, was vermissen wir an unserer Kultur, was nicht?…). Auch ein Thema waren unsere Pläne für die Zeit nach unserem Freiwilligendienst. Nun ja, was soll ich sagen, wir sind alle ziemlich planlos. An einem Tag machten wir auch einen Ausflug zum Tiffanys Canyon, 15 Minuten außerhalb von Lusaka, wo man schwimmen gehen kann. Dort gab es einen sehr schönen Strand und einen “Wasserspielplatz” mitverschiedene Elemente zum Draufklettern im Wasser. Ich habe es leider nur auf das Trampolin geschafft, auf dass ich vom Steg aus springen konnte, aber beim großen Eisberg habe ich es an Versuchen nicht mangeln lassen und auch meine Mitfreiwilligen haben ihr Bestes gegeben um mir zu helfen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank dafür. Viel zu schnell ging ein wunderschönes Zwischenseminar zu Ende und der Schock, dass tatsächlich schon mehr als die Hälfte unserer Zeit hier um ist, saß erstmal ziemlich tief.

Womens and Youth day:

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Womens Day auch in der Kirche (Aufname von Father Peter Lungu

Am 8.03. war Womensday in Sambia. Der Weltfrauentag ist ein öffentlicher Feiertag in Sambia und Frauen müssen nicht zur Arbeit gehen. Stattdessen sind viele Frauen durch die Stadt marschiert, organisiert in Verbänden oder nach Arbeitgebern, sie haben für mehr Frauenrechte demonstriert. Der Marsch führte auf ein Fußballfeld, wo eine Feier mit vielen Reden, Preisverleihungen und kleineren Auftritten stattfand.

 

Am darauffolgenden Montag war Youth day, auch ein öffentlicher Feiertag in Sambia. Hier gilt man übrigens bis 35 als Jugendlicher. Auch am Youth day gab es eine Demo durch die Stadt, an der wir mit den Kindern auch teilgenommen haben, aber wir fuhren mit unserem Bus hinterher, da es gerade für die Kinder in den Rollstühlen schwer ist mit der Demo Schritt zu halten. Anschließend gab es eine Feier bei der Mall, wo wieder verschiedene Jugendgruppen auftraten und sogar Akrobaten, auch unsere Kinder haben einen Tanz vorgeführt.

Ring the Bell:

Am 21.03 war Ring the Bell in Solwezi. Dieser Tag wurde von „Holland” organisiert, eine Organisation hier in Solwezi, die sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzt. Teilgenommen haben das Cheshire Homes Solwezi und andere Schulen in Solwezi für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen (z.B. St. Mary Schule für Blinde, Taube und Gehörlose). Wer hätte das gedacht, es gab einen Marsch durch Solwezi, mit dem wir für die Möglichkeit des Schulbesuches für alle Kinder demonstriert haben, Glocken schüttelten und Pfeifen bliesen und die Kinder vom Cheshire trommelten dazu. Diesmal sind wir nicht mit dem Bus gefahren, da das Tempo langsamer war und die kleineren Kinder auf einem Pickup mitfahren konnten und wir den Kindern in Rollstühlen helfen konnten. Anschließend gab es wieder eine Feier, wo die verschiedenen Schulen auftraten und  Reden gehalten wurden. Es gab auch etwas zu Essen und jede Schule präsentierte ihre Arbeit.

Bei diesen Gelegenheiten konnte ich leider kaum Fotos schießen, da ich viel zu beschäftigt war.

Theaterprojekt:

IMG-20180331-WA0005Vom 23.-25.3 war in Solwezi „NASAAZ”. Dies ist ein Wettkampf zwischenden  Schulen, der zuerst auf Stadtebene, dann auf Distriktebene…. geführt wird. Die Disziplnen sind Drama, Gedicht und Tanz und Gesang. Der  Wettkampf im März war auf Stadtebene. Am ersten Tag fand ein gemeinsamer Marsch durch Solwezi statt, während dem die verschiedenen Gruppen getanzt haben. Da die Strecke aber sehr weit war, wurde viel mit dem Auto oder einer Art sehr großer Pickup mit offener Ladefläche gefahren. Dann wurde sich einfach auf die Ladefläche gestellt und dort getanzt (ich hatte befürchtet früher oder später fällt jemand runter, aber das ist nicht passiert, auf diese Weise auf einem Pickup mitzufahren ist hier normal. Das Cheshire Homes hat einen Bus mit dem wir gefahren sind, also keine Gefahr des Runterfallens, aber auch kein Tanzen, dachte ich. Doch der Verantwortliche für den Marsch hat mir angeboten, vorne auf einem Pickup mitzufahren oder vorne mitzulaufen. Da ich keine gute Tänzerin bin, bin ich gelaufen. Nach einem Teil der Strecke sind alle in oder auf die Fahrzeuge gestiegen um den Rest zu fahren, so stieg ich auch wieder in unseren Bus, der als letzter fuhr und auch IMG-20180331-WA0006der Hauptverantwortliche fuhr bei uns mit. Am zweiten Tag begann dann auch der Wettkampf und die Kinder vom Cheshire traten mit Tanz und Gesang auf, leider konnten nicht alle Kinder am Auftritt teilnehmen, da der Wettkampf im Solwezi College of Education auf einer Bühne stattfand, die sehr hoch und nur über Treppen erreichbar ist, sodass man mit einem Rollstuhl die Bühne nicht betreten kann. Aber alle Kinder konnten zuschauen. Allerdings treten wir vorerst außer Konkurrenz auf, da (soweit ich es verstanden habe) keine andere Primary School im Distrikt teilnimmt, sondern nur ältere Klassen. Was hat das ganze jetzt mit Theaterprojekt zu tun, könnte man fragen, da dies ja die Überschrift war. Nun ja eine Kategorie ist Drama, also schrieb ich mit Teacher Alitili ein Theaterstück, dass wir dann mit den Kindern eifrig probten, auch wenn dem Auswendiglernen des Textes in manchen Fällen nicht ganz so eifrig nachgegangen wurde. Leider bekam 2 Tage vor der Premiere ein Kind, dass eine Hauptrolle hatte, extreme starkes Lampenfieber,  welches sich nicht nehmen ließ, daher kam es leider noch nicht zu einer Aufführung, was aber, soweit ich es verstanden habe, nicht so schlimm war, da wir die einzigen seien, die auf dieser Ebene in dieser Kategorie teilnehmen wollten.

 

 

Neue Frisur:

IMG-20180328-WA0001Ich habe es nochmal gewagt und mir, da Ostern vor der Tür steht, noch einmal die Haare flechten lassen, diesmal habe ich mir sogar Kunsthaar einflechten lassen. Auch wenn mir das Resultat gut gefällt ist mir ziemlich schnell wieder eingefallen, warum ich das Haare flechten hier eigentlich nicht mag, es tut weh, nicht nur während dem Flechten, sondern auch danach und das Kunsthaar ist schwer und zieht an den Haaren. Ich bekomme immer wieder gesagt, man gewöhne sich mit der Zeit daran und dann tut das Flechten nicht mehr weh. Außerdem bekam ich den Tipp, Vaseline auf meine Kopfhaut aufzutragen, was wirklich Wunder gewirkt hat und nahezu sofort das Ziehen verringert hat. Inzwischen hat es auch fast aufgehört wehzutun, auch wenn das Gewicht des Kunsthaares nicht ohne ist.

 

Freizeit:

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Chitenge – wird als Rock um die Füfte gewickelt

In meiner Freizeit bin ich weiterhin sehr gerne auf den Markt gegangen, da ich diesen sehr schön finde und habe mir noch mehr Chitenges gekauft. Allerdings bin ich in letzter Zeit häufiger zum Town Market als zum Chawama Market gefahren, da dieser näher ist und es immer, wenn ich nach Chawama fahre, anfängt zu regnen. Nun ja, glücklicherweise ist die Regenzeit bald vorbei (die Sambier sind übrigens total fasziniert davon, dass es in Deutschland keine Regenzeit  und Trockenzeit gibt).

 

Außerdem habe ich mich viel mit Freunden getroffen.

IMG-20180304-WA0003Des Weiteren hat Father Peter Lungu mir das Monument in Solwezi gezeigt, wo es Steinzeitmalereien gibt. An dieser Stelle nochmal ein ganz herzliches Dankeschön für diesen schönen Ausflug.

Kulinarisches:

Auch im kulinarischen Bereich habe ich Neues zu berichten.

Ich habe grüne Orangen gegessen, ja ihr habt richtig gelesen, grüne Orangen. Ich habe zuerst gedacht, dass es keine Orange sein könne, da diese mir nur in orange bekannt sind, oder, dass sie vielleicht nicht ganz reif sei, aber sie hat geschmeckt wie eine normale Orange nur besser.

IMG-20180310-WA0004Auch habe ich hier im Cheshire Homes eine Frucht namens Intungulu probiert, die mir sehr gut geschmeckt hat, ihr Geschmack lässt sich aber nicht gut beschreibent. Auch half ich den kleineren Kindern beim Schälen ihrer Intungulus. Da mir diese Frucht so gut geschmeckt hat, wollte ich mir auf dem Markt noch welche kaufen. Also bin ich zum Markt gefahren, wo mir aber mitgeteilt wurde, dass Intungulus nur im Oktober wachsen. Das fand ich sehr schade und ich wundere mich bis heute, woher dann die Intungulus kamen, die wir gegessen haben.

Aber das Obst und Gemüse hier in Solwezi ist generell sehr lecker. Besonders gut schmecken mir die Ananas, die im Nachbardistrikt angebaut werden. Aber auch die Avocados sind nicht schlecht und vor allem sind sie sehr groß.

Beim Zwischenseminar hingegen hatte ich eine wunderbare kulinarische Erfahrung der anderen Art. Daniel Engelmann hat uns nämlich dankenswerterweise Brot und Süßigkeiten aus Deutschland mitgebracht. Die Freude darüber war bei uns allen sehr groß. Auch dafür ein herzliches Dankeschön.

 

Über die Kar- und Ostertage werde ich nach Ostern genauer berichten.

Bis dahin viele Grüße aus Sambia und ich wünsche allen ein frohes Osterfest.

Eure Miriam

P.S. Ein kurzes Video über meine Zeit hier findet Ihr in Youtube:

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